Diesen Text gibt es auch als Audiostory: Der Beste oder nichts

Deutschland schleppte sich durch die letzte Januarwoche, als René Benko (41) in seinen Büroturm Upper West am Berliner Ku'damm lud. Die Führung seiner Unternehmensholding Signa und der Vorstand der Gewerkschaft Verdi trafen sich zum abendlichen Spitzengespräch, es ging um die Zukunft von Karstadt und Kaufhof, beides inzwischen im Besitz Benkos. Das Treffen dauerte mehr als acht Stunden, bis nach zwei Uhr morgens. Wenig überraschend, dass es keine Einigung gab. Die Gewerkschaftsbosse Frank Bsirske (67) und Stefanie Nutzenberger (55) opponierten pflichtgemäß gegen den anstehenden Personalabbau und die geplanten Tarifkürzungen.

Im Anschluss an die Marathonsitzung legten sich Benkos Topmanager schlafen. Nicht so er selbst. Er setzte sich an seinen Schreibtisch, fasste schriftlich das Gespräch zusammen und überlegte, wie er Verdi doch von seinem Vorhaben überzeugen könnte. Um halb vier in der Früh hatten seine Mitarbeiter in ihren Postfächern die Mails des Chefs mit To-do-Listen. Und um sieben Uhr morgens saß Benko schon wieder im Büro.

Der Mann eilt, nein: er hetzt durch sein Unternehmerleben. Er packt an, was andere nicht schaffen oder woran sie sich gar nicht erst herantrauen. Und fast immer hat er Erfolg. Anfangs begegnete ihm Skepsis, dann Neid. Inzwischen aber neigt sich die Waage zugunsten seiner Bewunderer.

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