Véronique Cremades-Mathis (52) sitzt am Ufer des Genfer Sees und schwärmt – von Strohhalmen. "Für uns sind sie ein großes Ding", sagt die Französin in der Nestlé-Zentrale in Vevey. Über sechs Milliarden Stück verkauft der Nahrungsmittelkonzern davon jedes Jahr. Die Plastikdinger kleben etwa an Trinkpacks des Nesquik-Kakaos – und landen später häufig im Ozean oder sonst wo in der Natur.

Cremades-Mathis hat dafür gesorgt, dass die verschiedenen Strohhalme – ob lang oder kurz, biegbar oder starr – bald nur noch aus recycelbarem Papier bestehen werden. "Es war schwer, sie so zu konstruieren, dass sie nicht durchweichen und labberig werden", sagt sie. Bis zum Jahresende will Nestlé die neuen Halme weltweit eingeführt haben, angeblich ohne damit Geld zu verlieren.

Die Managerin ist stolz auf die Innovation. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet sie für Nestlé, wurde in 25 Länder entsandt. Mit Nachhaltigkeit hatte sie dabei kaum zu tun, nun erlebe sie ihren Job als besonders "erfüllend". Sie helfe, was insbesondere viele jüngere Kollegen offensiv einfordern würden: die Welt zu verbessern.

Cremades-Mathis ist Nestlés Global Head of Sustainable Packaging und direkt dem Vorstandsvorsitzenden Mark Schneider (54) unterstellt. Bis 2025 soll sie alle Verpackungen auf recycelbare Materialien umgestellt haben, konzernweit.

Was der deutsche Vorzeigekonzern Siemens mit seinem australischen Kohleprojekt erst seit ein paar Wochen durchlebt, ist für die Schweizer schon seit Jahren Alltag: gewaltiger öffentlicher Druck. Nestlé gilt vielen noch immer als Inkarnation kapitalistischer Skrupellosigkeit, ist Lieblingsfeind von Umweltaktivisten und NGOs. Plastikmüll, Regenwaldabholzung, Wasserprivatisierung, Kinderarbeit – das Image des Bösen drückt die Stimmung von Mitarbeitern und Investoren.

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