Hasso Plattner kommt unangemeldet, wie so oft. Er trägt helle Mokassins, keine Krawatte. Als er an diesem gewittrigen Abend im Juli ans Pult tritt, macht er es ganz kurz: "Zum Glück gibt's keine weitere Rede."

Eine gute halbe Stunde lang haben die Kunsthistoriker zuvor schon erklärt, was diese Bilderschau zu den "Wegen des Barock" bereithält. 54 Meisterwerke werden in Potsdam bis Anfang Oktober ausgestellt. Der "Narziss" von Caravaggio ist das Stargemälde. Diese Ausstellung ist mehr als nur spektakulär. Sie ist ein Coup.

Plattner hat das neue Museum Barberini gestiftet, er gibt seinen Gästen nur zwei Botschaften mit, bevor er die Schau eröffnet: Diese sei "ein weiteres fantastisches Zeichen des Erfolges" für das Haus, das ja gerade erst zweieinhalb Jahre öffentlich arbeite. Ein halbes Dutzend Kunstmuseen zählt er auf, mit denen die Potsdamer schon kooperiert haben: Es sind die Topadressen in New York, London, Paris, Tokio, Sankt Petersburg, Washington D. C.

Dann noch ein Wort zu Europa, wo ja "alle möglichen Exits" drohen, die Pflege der Kulturgemeinschaft deshalb umso wichtiger sei: "Da muss auch ein bisschen geholfen werden."

Der Mäzen Hasso Plattner denkt groß. Aber er überlässt die Bühne auch anderen. Hier in Potsdam hat er damit ein Werk geschaffen, an dem andere Superreiche oft scheitern: die Kunst des richtigen Schenkens. Den Balanceakt zwischen Selbstinszenierung und Scheckzeichnen. Der IT-Kosmopolit Plattner wird dafür in der Stadt der DDR-Kader und Preußenkönige heute fast überall geachtet, ja von manchen verehrt. Selbst der Klassenfeind ist mittlerweile überzeugt. "Ich kann nur sagen: Respekt!", lobt Hans-Jürgen Scharfenberg (65), der langjährige "Linken"-Chef von Potsdam.

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