Diesen Text können Sie sich als Audiostory auch vorlesen lassen: Der Goldjunge von Novartis

Es ist der letzte Tag im August 2017. Jörg Reinhardt, Verwaltungsratschef von Novartis, hat seine Kollegen in Basels "Verbotene Stadt" eingeladen. So nennen Ortskundige den zwischen Rhein und französischer Grenze eingezwängten Campus des Pharmakonzerns. Im Forum 1 kommen die Räte zusammen, und es ist gut, dass sie unter sich sind. Denn Reinhardt präsentiert ihnen einen echten Coup: Er will seinen damals 57 Jahre alten CEO Joe Jimenez durch Vasant Narasimhan ersetzen – Entwicklungschef zwar, aber gerade mal 41 Jahre alt, und eine größere operative Einheit hat er auch noch nie geleitet. Nun soll er gleich eines der vier wertvollsten Pharmaunternehmen der Welt dirigieren (siehe Grafik "Schwergewicht-Champions").

Am Ende gibt es nicht eine Stimme gegen den Kandidaten. Überrumpelt zeigt sich nur der Kosmos außerhalb des Planeten Novartis. Insider hatten die Logik rasch beisammen: Reinhardt hatte den US-Amerikaner, Sohn indischer Einwanderer, mit derselben Mischung aus Zuversicht und Mut entwickelt wie während seiner Zeit als Forschungs- und Entwicklungschef ein vielversprechendes Wirkstoffmolekül, das dann etwa in den Blutdrucksenker und Blockbuster Diovan mündete.

Zurückdatieren lässt sich die Geschichte von Mentor und Zögling auf das Jahr 2007, auf ein Bewerbungsgespräch in einer Fabrik für Impfstoffe im mittelenglischen Southam, rund 60 Autobahnkilometer südöstlich von Birmingham. Reinhardt, der das eher randständige Geschäft groß machen soll und aussichtsreiche Nachwuchsleute sucht, kann nicht viel mehr bieten als die Position eines Projektmanagers für einen Impfstoff gegen Hirnhautentzündung. "Das war kein Job für jemanden, der damals bei uns Karriere machen wollte. Solche Leute haben sich prestigeträchtige Projekte im Pharmabereich gesucht", erinnert sich Reinhardt (63) heute an das Gespräch. Sein Gegenüber schlägt dennoch ein. Er interessiert sich für die Sache.

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