Vielleicht hätte Klaus Deller (57) früher erkennen können, dass etwas im Argen liegt. Zum Beispiel als er 2018 seinen Langzeitbonus als Knorr-Bremse-Chef kassieren wollte. Deller hatte den Umsatz des auf Zug- und Lkw-Bremsentechnik spezialisierten Konzerns auf mehr als sechs Milliarden Euro gesteigert, die Umsatzrendite auf fast 15 Prozent gehievt; auch die Vorbereitungen für den geplanten Börsengang liefen bestens. Der CEO ging davon aus, dass er den Maximalbetrag bekommt: eine Million Euro.

Knorr-Bremse-Eigentümer Heinz Hermann Thiele (78) hatte einen anderen Vorschlag: null Euro. Gegen Thiele, das muss man wissen, läuft bei Knorr-Bremse nichts. Als Manager kaufte er das Unternehmen 1985 in einer Krise, als Vorstands- und Aufsichtsratschef führte er es an die Weltspitze. Auch nach dem Börsengang im vergangenen Oktober gehören seiner Tochter Julia Thiele-Schürhoff (48) und ihm 70 Prozent der Anteile.

Beim Thema Geld, das wusste Deller, war der Alte besonders empfindlich, und Thiele hatte die Option auf den Extrabonus ohnehin erst nach zähem Ringen zugestanden. Schließlich vermittelte der damalige Aufsichtsratschef Hans-Georg Härter (74); Deller bekam 500.000 Euro.

Der Zwist schien erledigt.

Mittlerweile weiß Deller es besser. Er ist draußen. Dass der Börsenwert des Konzerns am Tag der Bekanntgabe um eine Milliarde Euro wegsackte, bleibt allenfalls eine schale Genugtuung.

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