Hans-Peter Wild war gerade in New York, als ihn der Hilferuf aus der Heimat erreichte. 20 Millionen Dollar? Diese Summe müsse er schnell nachschießen, um ein privates Investment zu retten. "Das war ein Schock, den ich nie vergessen werde", sagt Wild (78).

Er sitzt im vierten Stock seines Family Office im schweizerischen Zug. Hinter ihm in einem hölzernen Regal sind Tüten und Dosen mit dem Getränk aufgereiht, das ihn vermögend machte: Capri-Sun. Die bodentiefen Fenster stehen offen, draußen glitzert der Zugersee in der Sonne, im Süden reckt der Rigi Kulm seine knapp 1800 Meter in den Himmel.

Kurz vor dem dramatischen Anruf, 1991 war das, hatte Wild die US-Lizenzrechte für Capri-Sonne an Kraft Foods verkauft – für 150 Millionen Dollar. Ein paar Jahre zuvor hatte er sie für sechs Millionen Dollar zurückgekauft. Es war sein erstes "Cash Event", also ein Moment, in dem der Unternehmer aus Heidelberg ein Stückchen seines Werks verkaufte und plötzlich privat einen Haufen Geld hatte, mit dem es etwas anzufangen galt.

Wild gab je 30 Millionen Dollar an drei Banker. Einer setzte alles auf riskante Optionsgeschäfte – und hätte beinahe alles verzockt. Wild hatte Glück: Seinen beiden Firmen Capri-Sonne und Wild Flavors ging es blendend. Nur weil er nach dem Anruf in New York die Firmenkasse anzapfen konnte, blieb ihm ein Totalverlust erspart.

Wild, mittlerweile Milliardär, machte damals jene Erfahrung, die viele erfolgreiche Unternehmer früher oder später machen: Privates Vermögen zu verwalten ist etwas ganz anderes, als ein eigenes Unternehmen zu führen. Und je höher der Kontostand, desto komplexer wird auch das Geldmanagement.

Cash Events gibt es in verschiedenen Größenordnungen. Ein Manager, der einen Millionenbonus erhält, steht vor ähnlichen Fragen wie ein Unternehmer, der ein paar Milliarden für sein Lebenswerk bekommt: Was will ich mit dem Geld erreichen? Wie verwalte ich es? Und beschränke ich mich auf Renditeziele, oder suche ich auch nach einem höheren Sinn für mein Vermögen?

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