Den Mann mit dem Allerweltsnamen Thomas Schmidt kennt in Managerkreisen kaum jemand. Er geht nicht zu den Baden-Badener Unternehmergesprächen, taucht nie beim World Economic Forum in Davos auf und hat auch keinen MBA in St. Gallen oder am Insead absolviert.

Mit 16 Jahren schmiss Schmidt die Schule, weil er sich mit Fremdsprachen schwertat. Nach einer Lehre bei Playmobil kriegte er dann doch die Kurve: Schmidt studierte, arbeitete 20 Jahre lang für internationale Konzerne wie General Electric und wurde Anfang 2017 Vorstand bei Haniel.

Der 47-jährige Ingenieur mit fränkischem Zungenschlag und Dreitagebart kümmerte sich bei der Haniel-Familienholding vor allem um deren Tochter CWS-Boco, die für frische Handtücher auf Toiletten sorgt. Ansonsten trat er in der Duisburger Zentrale nicht sehr oft in Erscheinung.

Umso erstaunter reagierten Kollegen und Beschäftigte auf die jüngste Personalie: Anfang Juli löst Schmidt den jetzigen Haniel-Chef Stephan Gemkow (59) ab, der drei Jahre vor Vertragsende das Haus verlassen wird.

Bislang hat der ehrpusselige Konzern stets renommierte Persönlichkeiten an die Spitze befördert: Daimler-Vorstand Eckhard Cordes (68), Jürgen Kluge (65; Ex-Deutschland-Chef von McKinsey) und schließlich den Lufthanseaten Gemkow. Dass nun ein No-Name an die Spitze rückt, hat der Neue auch dem Wirken seiner Vorgänger zu verdanken.

Unter der Regie der letzten drei Haniel-Oberen ist die Industrie-Ikone zu einer besseren Resterampe verkommen. Weiland gehörten die Haniels zu den bedeutendsten und reichsten Clans Deutschlands. Die 263 Jahre alte Dynastie prägte mit ihren Kohlezechen, Speditionen und Schiffen das gesamte Ruhrgebiet; später stiegen die Haniels in den Großhandel ein und verdienten Milliarden.

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