Seit Facebook-Chef Mark Zuckerberg im Juni seine Kryptowährung Libra ankündigte, um "Milliarden von Menschen das Leben leichter zu machen", reißt die Kritik nicht ab. Nahezu alle relevanten Finanzaufseher und Zentralbanken inklusive US-Fed und EZB haben vor dem digitalen Geld auf Basis der Blockchain-Technologie gewarnt. Die Aufseher treiben die Sorgen um Kontrollverlust und Gefahren für die Finanzstabilität, sollte ausgerechnet ein zuletzt so umstrittenes Unternehmen wie Facebook mit seinen insgesamt 2,7 Milliarden Nutzern die neue Währung kontrollieren. 

Erst Ende der vergangenen Woche warnten die Finanzminister der G-20-Staaten vor den bislang ungenügend geklärten Risiken von "Stablecoins" wie Libra, deren Wert an einen Korb aus traditionellen Währungen wie Dollar oder Euro gebunden sein soll. Sie kündigten eine strenge Regulierung an. In dieser Woche will sich der Bundestag mit der Idee befassen, und Zuckerberg muss sich auf dem Kapitol in Washingon einer Anhörung stellen. 

Ob Libra wie geplant 2020 starten kann, erscheint zunehmend fraglich. Inzwischen sind nämlich auch einige der ursprünglich 27 Partner wieder ausgestiegen, die sich hinter dem Projekt in der Libra Association versammelt hatten. Darunter die Kreditkartenunternehmen Mastercard und Visa, der Zahlungsdienstleister PayPal sowie der Onlinemarktplatz Ebay. 

Weiter an Bord ist der kalifornische Venture-Capital-Investor Andreessen Horowitz, einer der bekanntesten und größten Wagniskapitalgeber der Welt. Dessen für Blockchain-Investments zuständige Partnerin Katie Haun (44) ist seit dem ersten Treffen der Libra Association vergangene Woche eines von fünf Board-Mitgliedern dort. 

Die US-Amerikanerin bringt beste Voraussetzungen mit, um Regulierer und Notenbanken von dem Facebook-Projekt zu überzeugen: Die ehemalige Staatsanwältin schuf 2013 die „Digital Currency Task Force“ des US-Justizministeriums. Ihr Team untersuchte unter anderem den Zusammenbruch der damals weltgrößten Bitcoin-Handelsbörse Mt. Gox und ermittelte gegen die Darknet-Plattform Silk Road, was zu deren Schließung führte. Seit 2018 ist sie als Partnerin bei Andreessen Horowitz und unter anderem Aufsichtsrätin der Kryptoplattform Coinbase.

manager magazin: Frau Haun, hat die Libra Associaton überhaupt noch das Potenzial, Kryptowährungen populär zu machen, nachdem mehrere Partner noch vor der ersten Board-Sitzung wieder ausgetreten sind?

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