Diesen Text können Sie sich als Audiostory auch vorlesen lassen: Ein Quantum Trump

Einen katapultartigen Karriereschub, der einem das Dopamin in die Adern treibt, hat Klaus Kleinfeld zuletzt selten erlebt. In der Siemens-Korruptionsaffäre blieb dem 61-jährigen Ex-Chef nur die Rolle des unglücklichen Verlierers. Als CEO des US-Metallkonzerns Alcoa startete er brillant, musste sich aber nach einem törichten Dreckwerfduell mit Elliott-Anführer Paul Singer (74) trollen.

Im Herbst 2017 verschlug es ihn in die Wüste, zunächst als Chef des saudi-arabischen Gigaprojekts Neom, einer geplanten Hightechlandschaft aus erneuerbaren Energien und Robotern. Mittlerweile ist der Deutsche sogar zum persönlichen Berater des Kronprinzen Mohammed bin Salman (33) – kurz: MbS – aufgestiegen. Und gleich drohte auch dieser Job in Trübsal zu enden.

Seit dem Khashoggi-Mord, den mutmaßlich jener MbS in Auftrag gegeben hat, stellen sich die Hüter guter Sitten die Frage: Darf man "für einen der finstersten Mörder der Welt" ("Bild") arbeiten? Ist Kleinfelds Saudi-Seilschaft ethisch vertretbar, entspricht sie dem Komment? "Er hätte Konsequenzen ziehen müssen", findet ein bekannter Aufsichtsrat aus dem Dax. "Pecunia non olet", Geld stinkt nicht, erklärt sich ein anderer den Verbleib Kleinfelds an der Seite des "Blutprinzen" ("SPIEGEL"). Als Vorbild stellen Governance-Wächter den britischen Hedgefonds Pharo heraus: Der zahlte wegen Khashoggi 300 Millionen Dollar an saudische Anleger zurück. Chapeau.

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Kleinfeld mag sich nicht äußern, sein Umfeld sieht seinen Klienten als Opfer eines "Shitstörmchens". Klar, der Journalistenmord sei nicht zu rechtfertigen. "Aber die Wirtschaft weiß, dass es am Ende besser ist, den Kontakt zu halten und zu reden." So hätten Manager, die sich mit Aplomb von Saudi-Arabien abgewendet hatten, Kleinfeld gebeten, die Türen wieder zu öffnen. Entrüstung? Nicht ohne Ebit.

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