Kreml besteht auf Rubel-Zahlung "Keine Bezahlung – kein Gas"

Wladimir Putin verlangt, dass der Westen russisches Erdgas künftig in Rubel bezahlt, doch betroffene Länder wollen das nicht. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bekräftigte jetzt die Haltung seines Chefs.
"Umstände höchst unfreundlich": Kreml-Sprecher Dmitri Peskow vertritt die Position Wladimir Putins

"Umstände höchst unfreundlich": Kreml-Sprecher Dmitri Peskow vertritt die Position Wladimir Putins

Foto: Pavel Golovkin/ AP

Nach der von der EU weitgehend abgelehnten Bezahlung von Gaslieferungen in Rubel hat Kremlsprecher Dmitri Peskow (54) mögliche neue Schritte Russlands angekündigt. "Keine Bezahlung - kein Gas", sagte Peskow nach Angaben der Staatsagentur Tass von Montagabend in einem Interview der amerikanischen Fernsehkette PBS. Moskau wolle die Antwort der EU abwarten und dann die nächsten Schritte festlegen. "Wir beabsichtigen aber auf keinen Fall, uns als Wohltäter zu zeigen und Westeuropa kostenloses Gas zu liefern", betonte Peskow.

Der Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin (69) warf dem Westen vor, einen totalen Wirtschaftskrieg gegen Russland entfesselt zu haben. "Leider sind diese Umstände höchst unfreundlich", sagte Peskow zu den Sanktionen. Damit sei man im Bereich eines "totalen Kriegs" angekommen. "Und wir in Russland empfinden diesen Krieg so, dass die westeuropäischen Länder, die USA, Kanada und Australien einen tatsächlichen Krieg im Handel, in der Wirtschaft führen, sie beschlagnahmen unser Eigentum, unser Bargeld und blockieren unsere Finanzen", klagte Peskow. "Und wir müssen uns jetzt an die neue Realität anpassen."

Putin hatte in der Vorwoche angeordnet, dass Erdgas an "unfreundliche" Staaten wie Deutschland nur noch gegen Zahlung in Rubel zu liefern sei. Dies wurde bereits von einigen Staats- und Regierungschefs mit dem Hinweis auf Vertragsbruch zurückgewiesen.

cr/dpa-afx