Im ersten Quartal In Deutschland gehen weniger Windräder ans Netz

Die Bundesregierung setzt angesichts der Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs auf einen schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien. Doch bislang kommt der noch nicht richtig in Schwung. Zum Jahresauftakt gingen in Deutschland 23 Prozent weniger Windräder in Betrieb als im Vorjahresquartal.
In Bayern ging überhaupt kein neues Windrad ans Netz, in Nordrhein-Westfalen dagegen 26

In Bayern ging überhaupt kein neues Windrad ans Netz, in Nordrhein-Westfalen dagegen 26

Foto: Tom Weller / dpa

Der Ausbau der Windkraft an Land in Deutschland kommt nicht in Schwung. Wie der Bundesverband Windenergie am Freitag mitteilte, gingen im ersten Quartal 99 Windräder mit einer Leistung von insgesamt 407 Megawatt neu ans Netz – 23 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Weil auch alte Anlagen stillgelegt wurden, lag der Nettozuwachs bei der installierten Leistung bei 355 Megawatt, hieß es unter Berufung auf Zahlen der Fachagentur Windenergie. Die Branche forderte einen "Beschleunigungsturbo".

Spitzenreiter waren Nordrhein-Westfalen mit 26 neuen Windrädern und Schleswig-Holstein mit 25. Im flächenmäßig größten Land Bayern, das die bundesweit strengsten Regeln zum Abstand von Windrädern zur Wohnbebauung hat, ging überhaupt kein neues Windrad ans Netz.

Bereits Mitte April hieß es unter Berufung auf vorläufige Zahlen, dass der Ausbau der Windkraft an Land in den ersten drei Monaten ins Stottern gekommen war.

Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie, forderte am Freitag, bestehende, pauschale Abstandsregelungen müssten abgeräumt werden. Der Schutz der Bürgerinnen und Bürger im direkten Umfeld von Windenergieanlagen sei bereits durch umfangreiche Regelungen im Bundesimmissionsschutzgesetz gegeben.

In Bayern gilt die umstrittene 10H-Abstandsregel für Windräder. Sie sieht bisher den zehnfachen Abstand der Windradhöhe zur nächsten Bebauung vor. Die Landesregierung hatte angekündigt, die Regel solle aufgeweicht werden.

Die Bundesregierung will den Ausbau der erneuerbaren Energien mit einem umfassenden Maßnahmenpaket beschleunigen. So will Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne, 52) erreichen, dass künftig zwei Prozent der Landesfläche in Deutschland für Windenergie ausgewiesen werden – das wird bisher in den allermeisten Ländern bei Weitem nicht erreicht.

dri/dpa-afxp
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