Dienstag, 21. Mai 2019

Verschärfung des Handelskonflikts USA schieben Schuld auf China, China schickt Vizepremier

Die Verhandlungsteams aus China und den USA, darunter Finanzminister Steven Mnuchin, der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer, sowie Chinas Vizepremier Liu He
Andy Wong/ AP
Die Verhandlungsteams aus China und den USA, darunter Finanzminister Steven Mnuchin, der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer, sowie Chinas Vizepremier Liu He

Durchatmen im Handelsstreit zwischen China und den USA: Trotz der jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Zölle für chinesische Importe zu verdoppeln, bleibt die chinesische Verhandlungsdelegation gelassen und bricht die Verhandlungen nicht ab. Das Handelsministerium in Peking bestätigte, dass Chinas Vizepremier Liu He am 9. und 10. Mai in die USA reisen werde, um an den Verhandlungen teilzunehmen.

Die Furcht vor einer neuerlichen Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China hatte die Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten am Dienstag gedrückt. In Tokio schloss der Leitindex Nikkei 1,5 Prozent schwächer bei 21.924 Zählern. Es war der erste Handelstag nach zehn Feiertagen wegen des Thronwechsels in Japan.

Liu He: Der Vizepremier reist in die USA, um an den Verhandlungen teilzunehmen

Die chinesische Börse notierte kaum verändert, nachdem sie am Montag die stärksten Verluste seit mehr als drei Jahren verzeichnet hatte. An der Wall Street reagierten Anleger dagegen gelassen: Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen hatten am Montag nur geringe Verluste verzeichnet.

US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag angekündigt, die Zölle für chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar auf 25 Prozent anzuheben und auch den Rest der chinesischen Einfuhren "bald" ins Visier zu nehmen.

Dennoch hält China an dem Zeitplan fest, diese Woche eine Delegation zu einer neuen Gesprächsrunde in die USA zu schicken. Die Märkte seien sich immer noch nicht sicher, ob Trump mit seinen Zollerhöhungen Ernst mache und weit von einer Panik entfernt, sagte Naoki Iwami, Anleihe-Fondsmanager bei Whiz Partners in Tokio. "Wir werden sehen, wie sich die Gespräche diese Woche entwickeln."

Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer gibt unterdessen China die Schuld an der Eskalation im Handelskonflikt zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften. "Im Laufe der letzten Woche haben wir eine Aushöhlung der Verpflichtungen Chinas gesehen", sagte Lighthizer am Montagabend in Washington zu Reportern. Das hätte zu wesentlichen Änderungen am Vertragstext geführt. "Das ist aus unserer Sicht inakzeptabel", sagte er.

Trump möchte ein Abkommen mit substanziellen strukturellen Änderungen sehen, sagte der Handelsbeauftragte. Aber so weit sei man noch nicht. Die Chinesen hätten einige Verpflichtungen, die in den Gesprächen in der vergangenen Woche erreicht worden seien, zurückgezogen. Das habe die Reaktion Trumps provoziert.

Der US-Präsident stört sich am riesigen Defizit seines Landes im Handel mit China. Er wirft der Volksrepublik unfaire Handelspraktiken und Beschränkungen für ausländische Unternehmen sowie Diebstahl geistigen Eigentums vor. Die USA fordern zudem - ebenso wie die EU - eine Lockerung der chinesischen Restriktionen für ausländische Firmen und einen gleichberechtigten Marktzugang.

la/dpa/reuters

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung