Donnerstag, 22. August 2019

Powell signalisiert Bereitschaft zu weiteren ZInssenkungen Fed senkt erstmals seit zehn Jahren die Zinsen

Zwei Präsidenten: Nur der Präsident der Notenbank entscheidet über die Zinspolitik - zum Ärger Trumps
Carlos Barria / REUTERS
Zwei Präsidenten: Nur der Präsident der Notenbank entscheidet über die Zinspolitik - zum Ärger Trumps

Nach der ersten Leitzinssenkung seit mehr als zehn Jahren hat die US-Notenbank Fed angesichts der Handelskonflikte und des langsamerem globalen Wirtschaftswachstums die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen signalisiert. Die Notenbank werde die wirtschaftlichen Daten in den USA und die globale Entwicklung genau beobachten "und angemessen handeln, um den Aufschwung zu erhalten", sagte Fed-Chef Jerome Powell bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Die Federal Reserve (Fed) senkte den Leitzins am Mittwoch um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 2,00 bis 2,25 Prozent. Analysten zufolge will die Fed mit ihrem Schritt eine drohende Abschwächung der seit nunmehr zehn Jahren wachsenden US-Wirtschaft auffangen. Es war die erste Senkung des Leitzinses seit Dezember 2008.

Das Wachstum der US-Wirtschaft sei weiterhin robust, aber die gestiegene Unsicherheit wegen eines schwächeren globalen Wachstums und Handelskonflikte hätten die Notenbank zu dieser Entscheidung gebracht, erklärte Powell. Die Zinsentscheidung sei in gewisser Weise eine Absicherung gegen diese Risiken, erklärte Powell. "Wir gucken uns die globale Wirtschaft genau an. Wir gucken uns auch den Handel genau an", sagte Powell.

Dow Jones gibt nach Zinssenkung deutlich nach

Der Dow Jones Industrial hat am Mittwoch nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed erst mit etwas Verzögerung negativ reagiert. Zuletzt büßte der US-Leitindex noch 1,25 Prozent auf 26 859,31 Punkte ein, womit er sich etwas über seinem Tagestief stabilisierte. Auch die anderen Indizes an der Wall Street gingen auf Talfahrt.

"Weitere Zinssenkungen kein Selbstläufer"

Die Währungshüter hatten zwar - wie weithin erwartet - erstmals seit der Finanzkrise vor über zehn Jahren den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt gesenkt. Sie hätten allerdings kaum eine Chance gehabt, die Anleger positiv zu überraschen, und die Minderheit enttäuscht, die auf eine Senkung um einen halben Prozentpunkt gesetzt habe, schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Zudem mache die höchste Zahl an Abweichlern in der Amtszeit des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell "weitere Zinsschritte nicht zu einem Selbstläufer". Zwei der zehn Mitglieder des Fed-Offenmarktausschusses hatten gegen die Mehrheit für unveränderte Zinsen gestimmt.

la/dpa-afx

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