Zentralbank Russische Auslandsschulden um 26,5 Milliarden Dollar gesunken

Russlands Auslandsverschuldung ist im Vergleich zum Jahresbeginn gesunken. Die Verschuldung rückt in den Fokus, seit die westlichen Sanktionen das Land von wichtigen Teilen des globalen Finanzsystems abschneiden.
Russische Auslandsschulden: Seit Kriegsbeginn sind die Schulden gesunken

Russische Auslandsschulden: Seit Kriegsbeginn sind die Schulden gesunken

Foto: DPA

Die russischen Auslandsschulden sind nach Kriegsbeginn in der Ukraine gesunken. Zum 1. April summierten sich die Verbindlichkeiten von Unternehmen und Staat zusammen noch auf 453,5 Milliarden Dollar, wie die Zentralbank am Mittwoch in Moskau mitteilte. Das seien 26,5 Milliarden Dollar oder 5,5 Prozent weniger als zu Jahresbeginn. Die Auslandsverschuldung Russlands ist in den Fokus gerückt, seit die westlichen Sanktionen das Land von wichtigen Teilen des globalen Finanzsystems isolieren.

Erstmals seit dem Einmarsch in die Ukraine Ende Februar hat diese Woche eine europäische Gläubigervereinigung den Zahlungsausfall eines russischen Unternehmens gegenüber ausländischen Gläubigern festgestellt. Bei einer von der Russischen Eisenbahn ausgegebenen Anleihe sei ein Zahlungsversäumnis ("failure to pay") festgestellt worden, wie das EMEA Credit Derivatives Determinations Committee mitteilte, dem einige der weltgrößten Investmentbanken angehören. Dabei handelt es sich um ein Darlehen in Höhe von 250 Millionen Schweizer Franken mit Fälligkeit 2026. Bank of America, Goldman Sachs und JPMorgan Chase sind einige der Ausschussmitglieder, die einen Zahlungsausfall sehen.

Die USA erhöhten zuletzt den wirtschaftlichen Druck auf Russland wegen der Invasion in die Ukraine. Das Finanzministerium hinderte Moskau vergangene Woche daran, fällige Zahlungen von mehr als 600 Millionen Dollar an ihre Gläubiger aus den bei US-Banken gehaltenen Devisenreserven zu leisten.

Die von der Zentralbank gehaltenen Reserven waren nach Kriegsbeginn eingefroren worden, doch durfte Russland bislang für Zahlungen auf in Dollar lautende Staatsanleihen noch darauf zurückgreifen. Mit der Blockade soll der Kreml zu einer Entscheidung gezwungen werden: Die Dollar, auf die er im Inland zugreifen kann, entweder für Zahlungen an seine Gläubiger zu nutzen oder zur Finanzierung des Krieges einzusetzen.

sio/Reuters