Arbeitsmarkt Zahl der Arbeitslosen in Euro-Zone sinkt

Hoffnungsschimmer: Erstmals seit April 2011 ist die Zahl der Arbeitslosen in den 17 Staaten mit der Euro-Währung gesunken. Allerdings mögen Experten noch nicht von einer Trendwende sprechen - die Zahlen blieben "entsetzlich hoch".
Jobsuchende in Madrid: In Spanien und Griechenland ist weiterhin jeder Vierte ohne Job

Jobsuchende in Madrid: In Spanien und Griechenland ist weiterhin jeder Vierte ohne Job

Foto: SUSANA VERA/ REUTERS

Luxemburg - Im Juni waren insgesamt 19,27 Millionen Männer und Frauen in der Euro-Zone ohne Job, ein minimaler Rückgang um 24.000 im Vergleich zum Mai. Das meldete die europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg am Mittwoch.

Der Anteil der Arbeitslosen an der Erwerbsbevölkerung des Euroraums liegt seit März 2013 stabil bei 12,1 Prozent. "Die Gesamtzahlen bleiben entsetzlich hoch", kommentierte ein Sprecher der EU-Kommission. Anlass zur Hoffnung auf eine dauerhafte Besserung böten die Zahlen noch nicht.

Besonders hoch war der Arbeitslosenanteil erneut in Griechenland, wo die neusten Zahlen aus dem April stammen, und Spanien - dort war mehr als jeder Vierte ohne Job. Auch in Zypern und Portugal schlägt die Krise weiter auf den Arbeitsmarkt durch: Beide Länder meldeten Quoten von mehr als 17 Prozent.

Insbesondere unter jungen Menschen war die Arbeitslosigkeit in den von der Wirtschaftskrise besonders gebeutelten Staaten Südeuropas im Juni hoch. Griechenland meldete 58,7 Prozent (für April), Spanien verzeichnete 56,1 Prozent und Portugal 41 Prozent.

Arbeitslosigkeit in EU-Neuling Kroatien besonders hoch

Außerhalb der Eurozone ist die Quote in Kroatien, das erst seit Juli EU-Mitglied ist, mit 55,6 Prozent der jungen Erwachsenen im Juni besonders hoch. Zumindest teilweise hat dies aber statistische Gründe: Die Eurostat-Experten klammern junge Männer und Frauen in Studium oder Ausbildung aus. Dadurch schrumpft die Bezugsgruppe der Unter-25-Jährigen, und jeder einzelne Arbeitslose fällt noch stärker ins Gewicht.

Niedrige Arbeitslosenquoten im Juni meldeten erneut Österreich (4,6 Prozent), Deutschland (5,4 Prozent) und Luxemburg (5,7 Prozent). Die Bundesagentur für Arbeit (BA) bezifferte die Juli-Quote für Deutschland am Mittwoch auf 6,8 Prozent - die Rechenmethoden der Statistiker von Eurostat und der BA sind allerdings nicht direkt vergleichbar.

In der gesamten EU sank die Arbeitslosenquote im Juni gegenüber dem Vormonat leicht auf 10,9 Prozent. Wenn man Kroatien hinzurechnet - das der EU aber erst im Juli als 28. Mitglied beitrat - lag die Quote unverändert gegenüber den Vormonaten bei 11 Prozent. Insgesamt 26,4 Millionen Menschen in den bisherigen 27 EU-Staaten waren im Juni arbeitslos. Die Statistiker hatten ältere Angaben teilweise revidiert

la/dpa-afx
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