Auszeichnung in Schweden Wirtschaftsnobelpreis geht an drei Forscher in den USA

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht an die drei in den USA forschenden Ökonomen David Card, Joshua Angrist und Guido Imbens. Ihre Erkenntnisse insbesondere über den Arbeitsmarkt hätten die empirische Forschung revolutioniert, heißt es.
Die Forscher und Arbeitsökonomen David Card, Jousha Angrist und Guido Imbens (v. l.) erhalten dieses Jahr den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften

Die Forscher und Arbeitsökonomen David Card, Jousha Angrist und Guido Imbens (v. l.) erhalten dieses Jahr den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften

Foto: Niklas Elmehed / dpa

Der diesjährige Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht an drei Forscher. Der Kanadier David Card von der University of California in Berkeley werde "für seine empirischen Beiträge zur Arbeitsökonomie" ausgezeichnet, wie die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm am Montag bekanntgab. Der Amerikaner Joshua D. Angrist vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge und der US-Niederländer Guido W. Imbens von der Stanford University teilen sich die zweite Hälfte des Preises "für ihre methodischen Beiträge zur Analyse von Kausalzusammenhängen".

Alle drei Forscher "haben uns neue Erkenntnisse über den Arbeitsmarkt geliefert und gezeigt, welche Schlussfolgerungen über Ursache und Wirkung aus natürlichen Experimenten gezogen werden können", begründete die Akademie ihre Entscheidung. Ihr Ansatz habe auf "andere Bereiche übergegriffen und die empirische Forschung revolutioniert".

Neue Lösungen für zentrale Fragen in den Sozialwissenschaften

Viele der großen Fragen in den Sozialwissenschaften hätten mit Ursache und Wirkung zu tun - etwa, wie sich Einwanderung auf das Lohn- und Beschäftigungsniveau auswirke. Diese Fragen seien schwer zu beantworten, weil es dazu keine Vergleiche gebe. "Wir wissen nicht, was passiert wäre, wenn es weniger Zuwanderung gegeben hätte", so die Akademie. Die diesjährigen Preisträger hätten jedoch gezeigt, dass es möglich sei, solche und ähnliche Fragen mit natürlichen Experimenten zu beantworten.

Der Nobelpreis im Fach Wirtschaftswissenschaften wird seit 1968 verliehen. Er ist der einzige Nobelpreis, der nicht auf das Testament von Preisstifter und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel (1833-1896) zurückgeht. Er wurde von der schwedischen Zentralbank gestiftet und zählt somit streng genommen nicht zu den klassischen Nobelpreisen. Dennoch wird er gemeinsam mit den anderen Preisen an Nobels Todestag, dem 10. Dezember, überreicht. Im vergangenen Jahr erhielten die US-Wissenschaftler Paul Milgrom und Robert Wilson die Auszeichnung. Beide forschen auf dem Gebiet der sogenannten Auktionstheorie.

Unter den Wirtschaftsnobelpreisträgern ist bislang erst ein Deutscher gewesen: Der Bonner Wissenschaftler Reinhard Selten erhielt ihn 1994 gemeinsam mit John Nash und John Harsanyi für ihre wegweisenden Beiträge zur nichtkooperativen Spieltheorie. Besonders häufig werden Wissenschaftler aus den USA mit dem wirtschaftswissenschaftlichen Preis ausgezeichnet. Bereits in der vergangenen Woche waren die Auserwählten in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden verkündet worden.

rei/Reuters/AFP