Prognose deutlich gesenkt Weltbank warnt vor einem verlorenen Jahrzehnt

Die Weltbank hat ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von 4,1 auf 2,9 Prozent reduziert. Viele Länder müssen mit einer Rezession rechnen.
Drastischer Einbruch des Wachstums: Die Corona-Krise und der Ukraine-Krieg belasten die Weltwirtschaft

Drastischer Einbruch des Wachstums: Die Corona-Krise und der Ukraine-Krieg belasten die Weltwirtschaft

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Axel Heimken / DPA

Es ist eine gefährliche Mischung aus stagnierender globaler Wirtschaft bei gleichzeitig stark steigenden Preisen als Folge des russischen Krieges gegen die Ukraine – "die Gefahr einer Stagflation ist heute beträchtlich", sagte Weltbank-Präsident David Malpass (66) am Dienstag.

Die internationale Organisation senkte daher ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von 4,1 auf 2,9 Prozent. Der Einmarsch Russlands in die Ukraine habe die konjunkturellen Schäden aus der Corona-Pandemie noch verschlimmert, weshalb viele Länder mit einer Rezession rechnen müssten. Nach der Corona-Rezession im Jahr 2020 war die globale Wirtschaft im Folgejahr laut Weltbank um rasante 5,7 Prozent gewachsen.

"Aufgrund der schwachen Investitionen in den meisten Teilen der Welt wird das gedämpfte Wachstum wahrscheinlich das ganze Jahrzehnt über anhalten", warnte Malpass. "Da sich die Inflation in vielen Ländern auf dem höchsten Stand seit mehreren Jahrzehnten befindet und das Angebot voraussichtlich nur langsam wachsen wird, besteht die Gefahr, dass die Teuerung noch länger hoch bleibt."

Malpass nannte auch die Corona-Lockwdowns in China und gestörte Lieferketten als Risiken für die Weltkonjunktur. In ihrem Bericht warnt die Weltbank zugleich davor, dass die Zinserhöhungen Ende der 1970er Jahre im Kampf gegen die damals starke Inflation so kräftig ausfielen, dass sie 1982 eine weltweite Rezession ausgelöst hätten. Auch habe dies Finanzkrisen in Schwellen- und Entwicklungsländern nach sich gezogen.

In der Eurozone soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der neuen Weltbank-Prognose zufolge in diesem Jahr nur noch um 2,5 Prozent wachsen, nicht wie noch im Januar angenommen um 4,2 Prozent. Für die USA, die weltgrößte Volkswirtschaft, wurde die Wachstumserwartung für 2022 um 1,2 Prozentpunkte auf ebenfalls 2,5 Prozent gestutzt. Die Wirtschaft Chinas soll um 4,3 Prozent wachsen, 0,8 Prozentpunkte weniger als noch im Januar erwartet.

hr/DPA, Reuters