Donnerstag, 5. Dezember 2019

Streit ums Klima - VW und BMW statt GM und Fiat Chrysler Kalifornien kauft künftig vor allem deutsche Dienstwagen

San Francisco in Kalifornien: Gewaltiger Absatzmarkt - mit rigiden Vorschriften

Es ist eine klare Botschaft an Donald Trump und die ohnehin schon schwächelnden US-amerikanischen Autobauer: Der US-Bundesstaat Kalifornien zieht beim Kauf neuer Dienstwagen Konsequenzen aus dem Abgasstreit mit der Regierung in Washington. Es würden keine Fahrzeuge mehr von GM, Toyota, Fiat Chrysler angeschafft, kündigte Gouverneur Gavin Newsom am Montag an. Denn die Konzerne unterstützten Bemühungen von Präsident Donald Trump, Kalifornien das Recht auf eigene Emissionsstandards zu entziehen.

"Autobauer, die sich auf die falsche Seite der Geschichte gestellt haben, werden von der Kaufkraft Kaliforniens nichts haben", unterstrich Newsom. Von Januar an würden nur noch Autos von Herstellern angeschafft, die Kaliforniens Rechte respektierten - so Ford, BMW und VW. Kalifornien hat enorm strenge Abgasvorschriften und liegt deswegen im Dauerstreit mit US-Präsident Donald Trump.

Bei den beiden deutschen Autobauern kaufte der als Vorreiter für strengere Umweltstandards bekannte Westküstenstaat in den Jahren 2016 bis 2018 keinen einzigen Wagen. Für Fahrzeuge von Ford Börsen-Chart zeigen gab Kalifornien in dieser Zeit gut 69 Millionen Dollar aus. Für Autos von GM legte der Bundesstaat knapp 59 Millionen Dollar hin, für Fiat-Chrysler-Fahrzeuge fast 56 Millionen und für Modelle von Toyota Börsen-Chart zeigen gut zehn Millionen Dollar.

Kalifornien würde bis zum Obersten Gerichtshof gehen

Die Autohersteller waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen oder lehnten sie ab. GM, Toyota und Chrysler stellten sich im Oktober hinter Trumps Kampf gegen den eigenständigen Status Kaliforniens. Ford, BMW und VW hatten dagegen schon im Juli zugesichert, sich an die kalifornischen Standards zu halten.

1970 hatte Washington dem Staat das Recht erteilt, Abgasvorschriften zu erlassen, die von denen in den übrigen USA abweichen. Grund war die hohe Smogbelastung in der Metropolregion Los Angeles.

Der Konflikt zwischen Kalifornien und Trump durchzieht dessen gesamte Präsidentschaft. Den Plan, die Sonderrechte zu beschneiden, formulierte die US-Bundesregierung bereits vor rund einem Jahr. Kalifornien hat angekündigt, für den Erhalt dieses Privilegs notfalls bis zum Obersten Gerichtshof zu gehen. "Kalifornien wird seine Bemühungen um eine sauberere Zukunft fortführen", erklärte der Justizminister des Bundesstaats, Xavier Becerra, im September.

rei/Reuters

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