Donnerstag, 12. Dezember 2019

Wegen Unterdrückung ethnischer Minderheiten USA setzen 28 chinesische Unternehmen auf schwarze Liste

USA setzen 28 chinesische Firmen auf die schwarze Liste - darunter auch den Video-Überwachungssystem-Spezialisten Hikvision
Jason Lee/ REUTERS
USA setzen 28 chinesische Firmen auf die schwarze Liste - darunter auch den Video-Überwachungssystem-Spezialisten Hikvision

Während der chinesische Vize-Regierungschef Liu He an diesem Donnerstag und Freitag zur nächsten Runde der Handelsgespräche mit den USA nach Washington reisen wird, hat die USA zusätzlich zum Handessstreit 28 chinesische Unternehmen und Regierungsorganisationen wegen des Vorgehens gegen die Uiguren und andere muslimische Minderheiten auf eine schwarze Liste gesetzt.

Die USA würde die "brutale Unterdrückung ethnischer Minderheiten in China" nicht tolerieren, sagte US-Handelsminister Wilbur Ross am Montag (Ortszeit) in Washington. Betroffen ist beispielsweise die Firma Hikvision, die sich selbst als weltweit größten Hersteller von Video-Überwachungssystemen bezeichnet und einen Börsenwert von etwa 42 Milliarden Dollar hat.

Unternehmen auf der "Schwarzen Liste" ist es untersagt, Produkte oder Komponenten ohne Zustimmung der US-Regierung an amerikanische Firmen zu verkaufen. Zuletzt hatte das Handelsministerium im August neben weiteren Unternehmen auch Huawei Technologies auf die Liste gesetzt. Dies schadete neben Huawai auch vielen US-Zulieferern, deren Absatz vom weltweit größten Telekommunikationsunternehmen abhängig ist.


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Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch geht davon aus, dass in Xinjiang eine Million Menschen in Umerziehungslagern sind, die meisten von ihnen Uiguren. Sie sind ethnisch mit den Türken verwandt und fühlen sich von den herrschenden Han-Chinesen unterdrückt. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking hatten die Kommunisten das frühere Ostturkestan China einverleibt. Die Regierung in Peking wirft uigurischen Gruppen Separatismus und Terrorismus vor.

Die chinesische Führung kritisierte die Entscheidung der USA mittlerweile scharf. "Wir fordern die USA dringend auf, die Fehler unverzüglich zu korrigieren und die entsprechenden Entscheidungen zurückzunehmen", sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums am Dienstag. Er kündigte entschlossenen Widerstand der chinesischen Seite an.

dpa-afx/akn

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