Chance für Siemens Gamesa USA wollen Offshore-Windkraft massiv ausbauen

US-Präsident Joe Biden will zwölf Milliarden Dollar in den Ausbau der Offshore-Windenergie investieren. Für Siemens Gamesa, den mit Abstand führenden Anbieter in diesem Bereich, könnten sich daraus lukrative Aufträge ergeben.
Aus der Not eine Tugend machen: Zehntausende neue Jobs sollen nach den Plänen der US-Regierung durch die Energiewende entstehen

Aus der Not eine Tugend machen: Zehntausende neue Jobs sollen nach den Plänen der US-Regierung durch die Energiewende entstehen

Foto: CHRISTIAN CHARISIUS/ REUTERS

Die US-Regierung von Präsident Joe Biden (78) will die Offshore-Windenergie an der Ost- und Westküste mithilfe milliardenschwerer Investitionen ausbauen. Durch den Bau von Windparks sollten bis zum Jahr 2030 mehr als zehn Millionen Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgt werden, teilte das Weiße Haus am Montag auf einer Pressekonferenz mit. Angestrebt werde bis dahin die Produktion von 30 Gigawatt Windenergie.

Um dieses Ziel zu erreichen, seien Investitionen in Höhe von mehr als zwölf Milliarden Dollar (10,2 Milliarden Euro) entlang der Atlantik- und Pazifikküste erforderlich. Gleichzeitig würden zehntausende neue Arbeitsplätze geschaffen, erklärte die Regierung. Durch die neuen Windparks sollen laut der US-Regierung die CO2-Emissionen um 78 Millionen Tonnen verringert werden. Die ersten Gebiete zur Entwicklung der Offshore-Windparks sollten vor New York und New Jersey an der US-Ostküste ausgewiesen werden. Die Ausschreibungen seien für den Jahreswechsel 2021/2022 geplant.

Das könnte eine riesige Chance für den Dax-Aufsteiger Siemens Energy  bieten. Dessen Windkrafttochter Siemens Gamesa führt mit Abstand  in der Offshore-Windtechnik - und ist der einzige nicht-chinesische Anbieter, der aktuell im großen Stil Windkraftanlagen auf See baut.

Der US-Rivale General Electric schob sich zwar 2020 erstmals an die Spitze der weltgrößten Windradhersteller, aber ausschließlich dank der an Land installierten Anlagen. In der Offshore-Windkraft ist GE ein Neuling mit ambitionierten, aber riskanten und mit hohen Verlusten erkauften Wachstumsplänen. Die Ausschreibungen auf dem Heimatmarkt könnten zur entscheidenden Probe für das von Alstom übernommene Geschäft werden.

Siemens rüstet den größten US-Offshore-Windpark aus

Derzeit ist in den Vereinigten Staaten nur ein Windpark voll einsatzfähig: der Block-Island-Windpark, der Ende 2016 vor Rhode Island fertiggestellt wurde und 30 Megawatt Strom produzieren kann. Für den größten Offshorepark Coastal Virginia Offshore Wind (CVOW) wurde die erste Phase des Pilotprojekts mit einer Kapazität von zwölf Megawatt im vergangenen Jahr fertiggestellt - mit Turbinen von Siemens. Die letzte Bauphase soll 2026 enden, dann soll die Anlage 600.000 Haushalte mit Energie versorgen. Weitere Projekte vor den Küsten von Massachusetts, Rhode Island, New York, New Jersey, Delaware, Maryland und North Carolina befinden sich in der Entwicklung.

Die Regierung Biden will 230 Millionen Dollar für die Modernisierung von Häfen bereitstellen, um den Ausbau von Windenergieprojekten zu erleichtern. Außerdem werden Unternehmen der Windenergiebranche Darlehen in Höhe von bis zu drei Milliarden Dollar angeboten.

Die Unterstützung der Windenergie durch die Regierung Biden steht in starkem Kontrast zur Energiepolitik von Ex-Präsident Donald Trump (74), der erneuerbare Energien wiederholt ins Lächerliche gezogen und sie als teuer und ineffizient bezeichnet hatte.

Als Präsidentschaftskandidat versprach Biden, aus der Not des Klimawandels eine Tugend zu machen und mit der Energiewende, der Modernisierung der Infrastruktur und dem Ausbau der Elektromobilität massenhaft neue Jobs zu schaffen. "Nirgendwo wird das Ausmaß dieser Chance deutlicher als bei der Offshorewindkraft", erklärte die Regierungsberaterin in Klimafragen, Gina McCarthy, laut Mitteilung des Weißen Hauses. Der Ausbau der Windkraftindustrie werde Menschen aus allen Schichten Wege in die Mittelschicht ebnen.

mg, ak/AFP, DPA
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