Mittwoch, 27. Mai 2020

6,65 Millionen stellen Antrag auf Hilfe - in einer Woche Lage am US-Arbeitsmarkt verschlechtert sich dramatisch

Die Schlangen der sich arbeitslos meldenden US-Bürger werden immer länger, und die Arbeitslosen versuchen sich so gut es geht vor einer Ansteckung durch das Coronavirus zu schützen.
REUTERS/Stefan Jeremiah
Die Schlangen der sich arbeitslos meldenden US-Bürger werden immer länger, und die Arbeitslosen versuchen sich so gut es geht vor einer Ansteckung durch das Coronavirus zu schützen.

Wegen der Zuspitzung der Corona-Krise in den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erneut dramatisch angestiegen. Ihre Zahl hat sich in der Woche bis 28. März von 3,3 Millionen in der Vorwoche auf nunmehr 6,65 Millionen in etwa verdoppelt, teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mit. Die Zahl der Erstanträge in der Vorwoche war bereits die höchste seit Beginn der Erfassung der Daten gewesen, nun gibt es einen neuen Rekord.

An den Aktienmärkten zeigten die schlechten Nachrichten sofort Wirkung. Vorbörslich drehte der Dow Jones Börsen-Chart zeigen mit rund 1 Prozent ins Minus, nachdem er zuvor noch mit einem halben Prozent im Plus gestanden hatte. Dax Börsen-Chart zeigen und EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen tauchten jeweils mit rund 1,8 Prozent ins Minus. (Lesen Sie hier den aktuellen Börsenbericht)

Analysten hatten für vergangene Woche im Mittel mit 3,6 Millionen Neuanträgen gerechnet. Die Prognose wurde also klar übertroffen. Im weniger schwankungsanfälligen Vier-Wochenschnitt erhöhten sich die Erstanträge ebenfalls stark auf 2,61 Millionen.

Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der größten Volkswirtschaft der Welt. Sie deuten inzwischen auf einen dramatischen Wirtschaftseinbruch infolge der Corona-Krise hin. Bis vor wenigen Wochen hatte die Zahl der Erstanträge noch regelmäßig unter 100.000 pro Woche gelegen.

Die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 hat das öffentliche Leben in weiten Teilen der USA zum Erliegen gebracht. Etwa zwei Drittel der rund 330 Millionen Amerikaner unterliegen nun von Bundesstaaten verhängten Ausgangsbeschränkungen. Viele Geschäfte sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, zahllose Reisen wurden abgesagt. Viele Mitarbeiter geschlossener Unternehmen müssen daher Arbeitslosenhilfe beantragen.

rei/dpa

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