US-Präsidialerlass Kommt der digitale Dollar?

US-Präsident Joe Biden plant die "Zukunft des Geldes". Der digitale Dollar könnte auch die Kryptowährungen regulieren.
US-Dollar: die offizielle Währungseinheit der USA

US-Dollar: die offizielle Währungseinheit der USA

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

In der Debatte über das Für und Wider eines Digital-Dollar macht US-Präsident Joe Biden (79) Tempo. Er unterzeichnete nun einen Präsidialerlass, mit dem die Regierung zur Beurteilung von Risiken und Chancen eines von der Zentralbank geschaffenen Digitalgelds verpflichtet wird. Konkret sollen das Finanz- und Handelsministerium sowie andere Regierungsstellen Berichte zur "Zukunft des Geldes" vorbereiten und dabei klären, welche Rolle Kryptowährungen dabei spielen.

US-Notenbankchef Jerome Powell (69) hatte bereits zu erkennen gegeben, dass eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) gegenüber einem Spektrum vieler privater Initiativen für frei handelbare Kryptowährungen und Stable Coins, bei denen der Kurs der Cyber-Devise beispielsweise an den Dollar gekoppelt ist, womöglich eine sinnvollere Alternative wäre. Wenn es eine digitale US-Währung gäbe, bräuchte man die privaten Initiativen wohl auch nicht mehr, argumentierte der Fed-Chef.

In der Verfügung Bidens wird die Regierung beauftragt, Parameter für eine technologische Infrastruktur zu prüfen, auf der eine elektronische Version von Bargeld basieren könnte. Die Federal Reserve hatte die Klärung der Digitalgeldfrage Anfang des Jahres an den Kongress verwiesen, womit sich laut Experten ein langwieriger Entscheidungsprozess abzeichnete. Mit dem Erlass Bidens dürfte es nun schneller gehen. Auch die Notenbank wird ermutigt, ihre Forschung zu Digitalgeld voranzutreiben und mögliche Entwicklungsmöglichkeiten auszuloten.

Viele Notenbanken prüfen derzeit die Einführung digitaler Versionen ihrer Währungen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) erteilte einer CBDC für Privatpersonen zum breiten Einsatz für alltägliche Transaktionen jüngst eine Absage.

Bitcoin & Co zwar reguliert, aber nicht verboten

Unterdessen erregte eine kurzzeitig auf der Internet-Seite des US-Finanzministerium veröffentlichte Aussage der Ressortchefin Janet Yellen (75) Aufsehen. Sie lasse darauf schließen, dass Bitcoin & Co zwar reguliert, aber nicht verboten würden, sagte eine Analystin der Swissquote Bank. "Das wäre ein großer Schritt für Digital-Währungen, da Regulierung eine der großen Risiken für die Kursentwicklung ist." Die älteste und wichtigste Cyber-Devise Bitcoin stieg daraufhin um gut zehn Prozent.

hr/Reuters