Verbraucherpreise US-Inflation fällt auf 7,7 Prozent

Die Inflationsrate ist in den USA den vierten Monat in Folge gesunken und liegt nun bei 7,7 Prozent. Der Druck auf die Fed, die Zinsen weiter stark zu erhöhen, nimmt damit ab. Aktienanleger reagieren begeistert.
Teurer Einkauf: Lebensmittelgeschäft in Washington D.C.

Teurer Einkauf: Lebensmittelgeschäft in Washington D.C.

Foto: MICHAEL REYNOLDS / EPA

Der hohe Inflationsdruck in den USA lässt deutlicher nach als erwartet. Die Teuerungsrate für Waren und Dienstleistungen fiel im Oktober auf 7,7 Prozent von 8,2 Prozent im September, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten mit 8,0 Prozent gerechnet.

Es war bereits der vierte Rückgang in Folge. Die US-Notenbank Federal Reserve stemmte sich zuletzt mit ungewöhnlich kräftigen Zinserhöhungen gegen den Preisauftrieb. Angesichts der langsam wieder fallenden Inflation hat die Notenbank aber nun die Möglichkeit, ein wenig Tempo herauszunehmen. Sie könnte die Zinsen ab Dezember nur noch in kleinen Schritten erhöhen, um die Wirtschaft nicht zu überfordern. Die Börsen reagierten mit deutlichen Kursgewinnen auf die Aussicht, dass die Fed nun ihr Tempo womöglich drosselt.

Experten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hatte ebenfalls einen Rückgang der Gesamtinflationsrate erwartet: "Das Niveau ist aber weiterhin unerwünscht hoch und zudem zeichnet sich bei der Kernteuerung kein deutlicher Rückgang ab", hieß es zuvor in einem Ausblick. Dies werde auch von vielen Vertretern der US-Notenbank kritisch gesehen. "Daher sollte kein Zweifel daran bestehen, dass die Fed weiter an der Zinsschraube drehen wird."

Kerninflation fällt ebenfalls leicht

Die Kerninflation, ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise, fiel von 6,6 auf 6,3 Prozent. Auch hier war der Rückgang stärker als erwartet. Der US-Dollar gab nach den Zahlen auf breiter Front nach. Auch die Renditen von US-Staatsanleihen gerieten unter Druck.

"Es wird einige Zeit dauern, bis die Inflation wieder ein normales Niveau erreicht hat – und auf dem Weg dorthin könnte es zu Rückschlägen kommen", sagte US-Präsident Joe Biden (79). Die Wirtschaft sei aber auf dem richtigen Kurs. Biden und seinen Demokraten waren für die jüngsten Parlamentswahlen wegen der hohen Inflation herbe Verluste vorhergesagt worden. Stattdessen haben sie überraschend gut abgeschnitten.

hr/reuters
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