Samstag, 30. Mai 2020

US-Attacken gegen das deutsche Exportwirtschaftsmodell Trump sei Dank - der wahre Kern des Deutschland-Bashings

US-Präsident Donald Trump während seines Telefonats mit Angela Merkel am 28. Januar im Oval Office.

4. Teil: Deutschlands schlechter Deal

Da wir seit Jahren Handelsüberschüsse aufweisen, exportieren wir auch seit Jahren Kapital in erheblichem Maße ins Ausland. Theoretisch bauen wir damit Vermögen auf, welches wir zu einem späteren Zeitpunkt, zum Beispiel, wenn die Folgen des demografischen Wandels eintreten, verkaufen können, um dann unseren Lebensstandard zu erhalten.

Das Problem ist jedoch, dass wir das Geld im Ausland nicht gut investieren. Die Summe der Außenhandelsüberschüsse der letzten Jahre ist nämlich höher als der Zuwachs an Auslandsvermögen.

Alleine in der Subprime-Krise von 2008 haben wir nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) rund 400 Milliarden Euro verloren, was den Handelsüberschüssen von mehreren Jahren entspricht.

In einer Welt, die sich immer mehr dem Zustand der Überschuldung nähert, ist es keine gute Idee, Gläubiger zu sein. Es geht in der Geldpolitik nur noch darum, eine Entwertung der Schulden und damit der Forderungen zu erzielen. Nur dazu dienen Bargeldverbot, Negativzins und perspektivisch Helikopter-Geld. Kommen diese Maßnahmen nicht oder zu spät, stehen Schuldenschnitte und Pleiten auf der Agenda. Egal wie es kommt, die Ersparnisse werden darunter leiden.

Zurzeit erinnert das deutsche Sparverhalten an das Eichhörnchen, welches zwar fleißig vorsorgt, aber vergisst, wo es die Ersparnisse versteckt hat.

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