Rückschlag am US-Jobmarkt US-Arbeitslosenzahl steigt zweite Woche in Folge

Notenbank und IWF sagen den USA für das laufende Jahr kräftiges Wachstum voraus. Nicht so recht ins optimistische Bild passen neue Daten vom Arbeitsmarkt.
US-Arbeitsmarkt: Die zweite Woche in Folge melden sich mehr Menschen in den USA arbeitslos, offenbar schreitet die Erholung langsamer voran als erwartet

US-Arbeitsmarkt: Die zweite Woche in Folge melden sich mehr Menschen in den USA arbeitslos, offenbar schreitet die Erholung langsamer voran als erwartet

Foto: Jeff Chiu/ AP

In den USA ist die Zahl der neuen Arbeitslosenmeldungen die zweite Woche in Folge überraschend gestiegen. Wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte, meldeten sich in der vergangenen Woche 744.000 Menschen neu arbeitslos. Das waren 16.000 mehr als in der Vorwoche, als die Zahl bereits überraschend auf 728.000 Neuanmeldungen angestiegen war.

Ökonomen, die die Nachrichtenagentur Reuters zuvor befragte, hatten diesmal mit einem Rückgang auf 680.000 gerechnet. Die Zahl bleibe "hartnäckig" hoch, sagte Citigroup-Ökonomin Veronica Clark.

Die USA sind derzeit eigentlich auf Erholungskurs von den schweren wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Im März wurden 916.000 Jobs geschaffen, die Arbeitslosenquote sank auf sechs Prozent. Experten erwarten angesichts der rasanten Fortschritte bei der landesweiten Impfkampagne eine weitere wirtschaftliche Erholung im Verlauf des Jahres. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte diese Woche seine Wachstumsprognose für die USA für dieses Jahr auf 6,4 Prozent angehoben.

US-Notenbankchef Jerome Powell hatte jüngst allerdings betont, der Arbeitsmarkt habe das Vorkrisenniveau noch lange nicht erreicht. Da die Konjunkturerholung bei Weitem noch nicht abgeschlossen sei, werde die Federal Reserve der Wirtschaft weiterhin die benötigte Unterstützung geben, solange dies nötig sei.

Fed erwartet 4,5 Prozent Arbeitslosigkeit im Schnitt

Mitte März hatte die Fed ihre BIP-Wachstumsprognose für die USA ebenfalls angehoben. Für 2021 rechnen die Notenbanker mit einem Anstieg des BIP um 6,5 Prozent, nachdem im Dezember nur ein Zuwachs um 4,2 Prozent erwartet worden war. Im vergangenen Jahr war die amerikanische Wirtschaftsleistung um 3,5 Prozent geschrumpft und damit so stark wie seit 1946 nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr.

Die Arbeitslosigkeit dürfte den Fed-Prognosen zufolge stärker zurückgehen als bisher erwartet. Für das laufende Jahr rechnet die Fed den Angaben von Mitte März zufolge mit einer Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent nach zuvor 5,0 Prozent bei der vorangegangenen Projektion im Dezember.

rei/Reuters/AFP
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