Kampf gegen "globalen Feind" WHO und Staatschefs bündeln Kräfte gegen Corona - USA nicht dabei

Coronavirus: Forscher fahnden weltweit nach Impfstoffen und Medikamenten

Coronavirus: Forscher fahnden weltweit nach Impfstoffen und Medikamenten

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Europäische Union und zahlreiche Staaten wollen ihre Ressourcen im Kampf gegen das Coronavirus bündeln. Eine globale Initiative soll die Arbeit an Medikamenten, Tests und Impfstoffen gegen die vom Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 beschleunigen und die Ergebnisse allen Ländern zur Verfügung stellen. "Wir sind mit einer gemeinsamen Bedrohung konfrontiert, die wir nur gemeinsam besiegen können", sagte WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag. "Wir müssen sicherstellen, dass alle Menschen Zugang zu allen Mitteln im Kampf gegen Covid-19 haben."

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Emmanuel Macron und weitere Staatschefs sowie Vertreter internationaler Organisationen ihre Unterstützung zusagten, bleiben die USA außen vor.

Man müsse sicherstellen, dass ein Impfstoff, der in einem bestimmten Land entwickelt werde, in allen Ländern verfügbar sei, sagte Macron in einer Videokonferenz. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen versprach armen Ländern Unterstützung. "Die Europäische Union wird keine Mühen scheuen, um der Welt zu helfen, im Kampf gegen das Coronavirus zusammenzukommen", sagte sie. Sobald ein Impfstoff verfügbar sei, müsse man sicherstellen, dass er überall erschwinglich ist.

Geberkonferenz am 4. Mai - USA beteiligen sich nicht

Für den 4. Mai ist eine Geberkonferenz geplant. "Wir wissen, dass noch eine ziemlich beachtliche finanzielle Lücke zu schließen ist", sagte Merkel. Sie rief alle auf, egal ob aus der Politik oder aus der privaten Wirtschaft, um die benötigten acht Milliarden Euro einzusammeln. Am 4. Juni will Großbritannien dann einen virtuellen Impfstoff-Gipfel ausrichten, wie der britische Außenminister Dominic Raab sagte.

Die USA beteiligen sich nicht an der Initiative. "Es wird keine offizielle US-Beteiligung geben", sagte ein Sprecher der US-Vertretung am WHO-Sitz in Genf. US-Präsident Donald Trump hat die WHO als zu China-freundlich kritisiert und die Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation mitten in der Corona-Pandemie eingestellt.

Forschung an mehr als 100 möglichen Impfstoffen

Derzeit wird an mehr als 100 möglichen Impfstoffen gegen das Coronavirus geforscht, sagte Seth Berkely, Chef der an der Initiative beteiligten internationalen Impfstoff-Allianz Gavi. Weltweit müssten Produktionskapazitäten aufgebaut werden. Man müsse sicherstellen, dass es genügend Impfstoff für alle geben werde.

Gavi arbeite in dieser Frage mit der Weltbank zusammen. "Wir dürfen keine Wiederholung der Vorgänge von 2009 haben, als es für Entwicklungsländer zunächst nicht ausreichend und dann zu spät Impfstoff gegen die Grippe H1N1 gab." In Deutschland wurde am Mittwoch erstmals eine klinische Studie für einen Corona-Impfstoff genehmigt.

"Wir sehen uns einem globalen Feind wie keinem anderen gegenüber", erklärte UN-Chef Antonio Guterres am Freitag bei einer virtuellen Konferenz. Das Ziel einer Welt frei von Covid-19 "erfordert die größte Anstrengung der öffentlichen Gesundheitssysteme in der Geschichte".

Die von der UNO gestartete Initiative wird von zahlreichen Ländern unterstützt, darunter auch Deutschland. Es gehe darum, "die Entwicklung, Produktion und gleichberechtigte Verteilung von Impfstoffen, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten für Covid-19 zu beschleunigen", sagte Ghebreyesus.

An der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 sind weltweit bereits mehr als 190.000 Menschen gestorben.

la/AFP/reuters/dpa
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