US-Börsen trotz Regierungs-Stillstand auf Rekordhoch Stillstand in Washington, Party an der Wall Street

Trotz eines "Shutdown" der US-Regierung erreicht der marktbreite S&P 500 Index ein neues Rekordhoch. Die Wall Street schert sich nicht um einen Regierungsstillstand in Washington - US-Präsident Donald Trump lässt dem Großkapital ohnehin jede Freiheit.
Stillstand in Washington: Die Börse feiert trotzdem

Stillstand in Washington: Die Börse feiert trotzdem

Foto: SENATE TV, REUTERS

Regulierung der Finanzmärkte zurückgefahren, Umweltschutzgesetze aufgehoben, Steuern auf Kosten neuer Schulden massiv gesenkt: Donald Trump und sein Kabinett der Milliardäre erfüllen der Wall Street jeden Wunsch und schaffen eine Welt, von denen selbst die gierigsten und skrupellosesten Spekulanten an der Wall Street vor einem Jahr nicht einmal zu träumen gewagt hätten.

Was schert die Finanzwelt da schon der Umstand, dass zehntausende Regierungsmitarbeiter (nicht aber Politiker) wegen Überschuldung der USA in den unbezahlten Zwangsurlaub geschickt werden? Trotz des praktischen Stillstands des öffentlichen Lebens in den USA lässt sich mit Geld weiter Geld verdienen: So hat der marktbreite Aktienindex S&P 500 am Montag trotz des "Shutdown" einen neuen Höchststand erreicht und kletterte über die Marke von 2800 Punkten.

Auch der Dax  zog im Gefolge der Gewinne an der Wall Street wieder an und näherte sich der Marke von 13.500 Punkten.

"Der normale Bürger mag den Regierungsstillstand spüren - für Börsianer ist es nach wie vor die beste aller Welten", sagte ein Börsianer.

US-Präsident Donald Trump hat die Schuld am Regierungsstillstand in den USA unterdessen erneut den oppositionellen Demokraten gegeben. Hintergrund des "Shutdown" ist der Geldmangel, weil eine Schuldenobergrenze erreicht wurde und der Senat sich bislang nicht auf einen Übergangshaushalt einigen konnte.

Am Montag wurden die ersten Auswirkungen des "Shutdown" erkennbar, der am Wochenende mit Ausnahme von geschlossenen Touristenattraktionen kaum spürbar gewesen war. Zehntausende Regierungsmitarbeiter mussten im Zwangsurlaub verbringen, andere erledigten nur noch Restarbeiten in ihren Büros.

Neuer Einigungsversuch am Montag Abend

Der "Shutdown" war eingetreten, nachdem eine Abstimmung im Senat für den vierten Übergangshaushalt in Folge gescheitert war. Allerdings hatten nicht nur die demokratischen Senatoren dagegen gestimmt, sondern auch ein Teil der republikanischen Mehrheitsfraktion.

Seitdem geben sich beide Seiten gegenseitig die Schuld an dem Zustandekommen der erzwungenen Auszeit. Dem Demokraten argumentieren, Trumps ständig wechselnde Forderungen zur Migrationspolitik seien unter anderem der Grund für die nicht zustande gekommen Einigung.

Der Senat will noch am Montag (18.00 Uhr MEZ) einen weiteren Versuch unternehmen, den Stillstand aufzuheben und die Regierungsarbeit wieder zum Laufen zu bekommen.

Ob es allerdings zu der Abstimmung kommt und ob es dann eine Mehrheit für einen neue Übergangshaushalt für drei Wochen geben wird, war am Montagvormittag (Ortszeit) völlig ungewiss.

Dow Jones: Party time

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Foto: Richard Drew/ AP
la/dpa/mmo