Sonntag, 25. August 2019

Peking droht mit Exportbeschränkung für wichtigen Grundstoff Seltene Erden - China verschärft Konflikt mit USA

Seltene Erden: Rund 80 Prozent des für die High-Tech-Industrie wichtigen Grundstoffs kommen aus China

Im Handelsstreit mit den USA baut China eine weitere Drohkulisse auf. Sollte die USA im Streit um Huawei hart bleiben, könnte Peking den Export Seltener Erden verknappen.

Im Streit mit der US-Regierung wegen des Netzwerkausrüsters Huawei erwägt China, den Export Seltener Erden in die USA zu begrenzen. China prüfe "ernsthaft", die Ausfuhr dieser Rohstoffe zu beschränken, berichtete die "China Global Times" am Dienstag. Auch das Parteiorgan der Kommunistischen Partei deutete am Mittwoch an, die Volksrepublik könne die Ausfuhr Seltener Erden in die USA beschränken.

Diese heiß begehrten Rohstoffe sind zentral für die Fertigung von Mobiltelefonen und anderen Elektronikgeräten. In einem Kommentar von "Renmin Ribao" hieß es, die USA sollten die Möglichkeiten Chinas nicht unterschätzen, in dem Konflikt zurückzuschlagen. "Sagt nicht, wir hätten Euch nicht gewarnt", betonen die Autoren an die Adresse der Vereinigten Staaten. "Werden Seltene Erden eine Gegenwaffe Chinas zu dem ohne jeden Grund aufgebauten Druck der USA? Die Antwort ist kein Geheimnis." Der ungewöhnlich scharf formulierte Beitrag folgt auf andere Berichte staatlicher Zeitungen, in den Beschränkungen für die Ausfuhr der Rohstoffe angedroht worden waren.

China ist weltweit der wichtigste Lieferant von Seltenen Erden. Die USA wollten die mit den aus China importierten Rohstoffen hergestellten Geräte einsetzen, um Chinas Entwicklung zu bremsen, hieß es in dem Kommentar. "Das chinesische Volk wird dies niemals zulassen."

Der Handelsstreit zwischen den beiden weltgrößten Wirtschaftsmächten hatte sich verschärft, nachdem die USA den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei auf eine schwarze Liste gesetzt hatten. US-Präsident Donald Trump wirft dem Huawei-Konzern vor, dass mit dessen Produkten Spionage für China betrieben werden kann. Das Unternehmen weist dies zurück.

Aktie von China Rare Earth Holdings schießt nach oben

Ein führender Vertreter der staatlichen Planungsbehörde reagierte auf den Bericht ausweichend. Vorrang habe der heimische Bedarf an Seltenen Erden, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Man sei aber willens, die "vernünftige Nachfrage" anderer Staaten nach Seltenen Erden zu bedienen.

Der Bericht trieb an den asiatischen Börsen die Aktien von Firmen, die in dem Sektor tätig sind: China Rare Earth Holdings schossen um rund 27 Prozent nach oben. Dagegen gab der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen deutlich nach und sorgte am Mittwoch auch für einenKursrutsch an den europäischen Börsen.

Xi Jinping schließt Exportbeschränkung für Seltene Erden nicht aus

Chinas Präsident Xi Jinping selbst hatte unlängst die Seltenen Erden als "wichtige strategische Ressourcen" bezeichnet. Der Chefredakteur der "China Global Times", Hu Xijin, schrieb auf Twitter, neben einer Exportbeschränkung für Seltene Erden könne die Volksrepublik in Zukunft auch andere Gegenmaßnahmen ergreifen.

China hat in den Jahren 2014 bis 2017 rund 80 Prozent der Seltenen Erden geliefert, die die USA importiert haben. Bislang waren diese Rohstoffe nicht von Strafzöllen betroffen, die die USA im Handelsstreit mit China verhängt haben. Umgekehrt hat China die Zölle auf Erze von Seltene Erden aus den USA erhöht. Damit rechnet es sich weniger, sie in China verarbeiten zu lassen.

Im Streit mit China wegen Huawei hat das US-Handelsministerium den weltweit größten Netzwerkausrüster und weitere 70 Firmen auf eine schwarze Liste gesetzt. US-Präsident Donald Trump wirft dem Huawei-Konzern vor, dass mit dessen Produkten Spionage für China betrieben werden kann. Das Unternehmen weist dies zurück.

la/Reuters

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