Samstag, 7. Dezember 2019

Euro-Zone als Kollateralschaden 2019 kehren die Krisen zurück

Euro-Krise: Nicht nur Italien, Brexit und Handelskrieg sorgen für Unruhe

3. Teil: Die USA wird es auch treffen

Die USA wird es auch treffen

Wenig tröstlich ist da, dass die USA keineswegs so gut dastehen, wie es scheint und Donald Trump darstellt. Das billige Geld der Fed hat erhebliche negative Nebenwirkungen. So ist die Verschuldung der US-Unternehmen förmlich explodiert und sogar der Internationale Währungsfonds warnt vor den Folgen dieser Schulden. Die Unternehmen haben das Geld nicht dazu verwendet zu investieren, sondern um eigene Aktien zurückzukaufen und Wettbewerber zu übernehmen.

Symptomatisch mag der Fall von General Electric Börsen-Chart zeigen dienen: Vor zehn Jahren noch mit dem besten Rating AAA versehen, droht die Industrieikone zu Junk zu werden. GE ist nicht alleine: Immerhin Anleihen im Volumen von über 1000 Milliarden US-Dollar könnten in einer Rezession schnell den Investment-Grade -verlieren und zu Junkbonds werden. Eine massive Krise wäre die unweigerliche Folge. Seit 2009 ist das Volumen an BBB Bonds in den USA um fast 230 Prozent auf nunmehr 2500 Milliarden US-Dollar angewachsen. Immerhin die Hälfte aller Investment-Grade-Anleihen haben nur noch ein BBB Rating.

Kommt es nun zu einer Rezession in den USA? Es ist nur eine Frage wann und nicht ob es zu einer neuen Finanzkrise kommt. Zu hoch ist die Verschuldung der Unternehmen, die sich auch in einer anderen Kreditkategorie zeigt: den sogenannten "Leveraged Loans". Das sind Kredite an Unternehmen, die bereits hoch verschuldet sind, zum Beispiel im Rahmen von Private-Equity-Transaktionen.

Die Kreditgeber sind meistens Institutionen, wobei, wie auch in der Finanzkrise vor zehn Jahren, immer mehr dieser Kredite zu Wertpapieren gebündelt und an renditehungrige Investoren verkauft werden. Eine Praxis, die der Internationale Währungsfonds kürzlich als höchst problematisch und riskant eingestuft hat. Besonders bedenklich stimmt, dass die Kreditgeber so sorglos sind, dass sie sich nicht mal um ausreichende Sicherheiten bemühen.

Eine Abschwächung der Weltkonjunktur schlägt so auch auf die USA zurück und hat das Zeug, die dort ebenfalls nur mit billigem Geld unterdrückte, aber nicht ernsthaft überwundene Finanzkrise wieder aufflammen zu lassen. Diese Erkenntnis dürfte auch hinter der zuletzt enttäuschenden Entwicklung der US-Börsen stehen. Hatten diese im Laufe des Jahres noch neue Höchststände erreicht, droht nun ein deutlicher Einbruch. Dass wir uns in bereits in einem neuen Bärenmarkt befinden, kann nicht ausgeschlossen werden.

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung