Samstag, 7. Dezember 2019

Animierte Grafik zur Schifffahrt Die Lebensadern des Welthandels auf einen Blick

Vielleicht ist die Karte bald nur noch von historischem Interesse, wenn sich die Trump'sche Devise durchsetzt, die Mauern hochzuziehen und die Schotten dichtzumachen.

Vorerst aber bietet der Welthandel noch ein Bild emsiger Dynamik - zumindest aus der Vogelperspektive, wenn er so anschaulich dargestellt wird wie in der "Shipmap", die das Energieinstitut des University College London zusammen mit der Agentur Kiln erstellt hat.

Wie Ameisenstraßen erscheinen da die globalen Schifffahrtsrouten, da sie nicht statisch erscheinen, sondern in einer Animation die echten Bewegungen einzelner Fahrzeuge im Zeitraffer erfassen. 250 Millionen Einzeldaten haben die Macher in einer Ansicht zusammengefasst, an manchen Orten wie dem Ärmelkanal oder rund um Singapur verdichtet sich das Gewimmel zu einem einzigen Lichtblitz.

Die schmutzige Wahrheit hinter den sauberen Linien

Die interaktive Grafik lässt sich nach fünf verschiedenen Schiffstypen gliedern. Besonders Containerschiffe bewegen sich entlang festgelegter Pfade, besonders dicht auf einer Route zwischen Nordwesteuropa und Ostasien - Futter für die These, dass die Globalisierung immer noch nur einen kleinen Teil des Globus wirklich erfasst.

So sauber die bunten Linien oder gelben Punkte auf schwarzem Hintergrund erscheinen, eigentlich wollten die Londoner Forscher mit der "Shipmap" etwas anderes zeigen: wie schmutzig der Warenhandel wirklich ist. Parallel zur Animation läuft ein Zähler der von den Schiffen verursachten CO2-Emissionen - mehr als eine große Volkswirtschaft wie Großbritannien in einem Jahr erzeugt, lautet die Erklärung.

Nach aktuellen Daten statt der für die Grafik verwendeten Schiffsbewegungen von 2012 würde diese Botschaft wohl noch deutlicher ausfallen: Inzwischen haben sich die Routen nämlich verschoben, weil immer mehr Reeder ihre Schiffe einen großen Bogen um Afrika fahren lassen, um Gebühren am Suez-Kanal zu sparen. Auf ein paar Tage (und etliche Tonnen CO2) mehr kommt es nicht an, wenn Treibstoff so wenig kostet wie derzeit.


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