Gestörte Lieferketten Frachterstau vor Helgoland

Weltweite Schiffsverspätungen führen zu logistischen Problemen in den Häfen. In Hamburg stapeln sich bereits die Container, vor Helgoland stauen sich die Frachter – und die Situation könnte sich weiter zuspitzen.
Weltweite Verspätungen: Zahlreiche Containerschiffe warten auf die Einfahrt in die Elbe (Archivbild)

Weltweite Verspätungen: Zahlreiche Containerschiffe warten auf die Einfahrt in die Elbe (Archivbild)

Foto: Christian Charisius/ dpa

Störungen in den globalen Lieferketten  führen zu Problemen in den Häfen – das bekommt nun auch Hamburg deutlich zu spüren. Infolge großer Schiffsverspätungen stauen sich die Container auf den Terminals, was zu einer Überlastung der Lager führt, so Hans-Jörg Heims, Sprecher des Hamburger Hafenlogistikers HHLA.

Eine ganze Reihe von Schiffen müsse daher derzeit vor Helgoland warten, bis ein Platz in ihrem Zielhafen frei werde. Laut Heims sind es zehn Frachter, die zurzeit nach Hamburg wollen. "Das kann von ein paar Tagen bis zu einigen Wochen dauern." Trotz aller Bemühungen und einem Großeinsatz von Personal und Technik komme es zu Verzögerungen bei der Abfertigung.

"Ausgelöst durch die Corona-Pandemie gibt es seit zwei Jahren weltweit Störungen in den Lieferketten", sagt Heims. In Folge von Lockdowns in großen chinesischen Städten ist der Betrieb in den dortigen Häfen immer wieder unterbrochen worden. Und dann stauen sich dort die Schiffe, wie derzeit vor dem größten Containerhafen der Welt in Shanghai – diese Folgen werden sich in europäischen Häfen erst in einigen Wochen bemerkbar machen. Die Situation dürfte sich also im Laufe des Frühjahrs noch weiter zuspitzen.

Bislang habe die HHLA solche Situationen immer wieder gut gemanagt. Doch die Fahrpläne der Schiffe seien durch weitere Ereignisse wie die tagelange Blockade des Suezkanals durch das Großcontainerschiff "Ever Given" im März 2021, schlechte Witterung und zuletzt durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine außer Kontrolle geraten.

"Wir kommen an Grenzen"

Die HHLA habe bereits zusätzliche Flächen mit Containern belegt. "Aber wir kommen an Grenzen, je länger die Situation in den Lieferketten so angespannt bleibt", berichtet Heims. Je mehr Container in einem Lager stehen, umso größer sei der Aufwand beim Umschlag und desto länger dauere die Abfertigung.

Früher habe man 500 Meter gebraucht, um einen Container vom Lager zum Schiff zu bringen. Heute seien das manchmal 1,5 Kilometer – je nachdem, wo der Container stehe. Erschwert werde die Situation auf einem Terminal im Hamburger Hafen durch Bauarbeiten für Landstrom. Dadurch habe ein Liegeplatz zeitweise nicht genutzt werden können.

Von Rotterdam nach Hamburg in drei Wochen

So stauen sich die Schiffe vor Helgoland derzeit bis in den Mai hinein. Das 15.000-TEU-Schiff "Brussels Express" der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd hat jetzt beispielsweise die Erlaubnis bekommen, am 4. Mai seinen Liegeplatz im Hamburger Hafen anzufahren – seinen vorherigen Hafen in Rotterdam hatte das Schiff bereits am 13. April verlassen.

hr/dpa-afx