Mittwoch, 1. April 2020

Billiges Öl, teure Sanktionen Russlands Wirtschaft schrumpft um 4,6 Prozent

Trüber Ausblick: Russlands Präsident Wladimir Putin bei einer Marine-Schau Ende Juli

Die russische Wirtschaft rutscht wegen der niedrigen Ölpreise und der Sanktionen immer tiefer in die Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt brach nach vorläufigen Daten im zweiten Quartal um 4,6 Prozent verglichen mit dem Vorjahr ein, wie die Statistikbehörde Rosstat am Montag mitteilte. Im ersten Quartal des Jahres lag das Minus lediglich bei 2,2 Prozent.

Der russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew hatte für das zweite Quartal mit einem Rückgang von 4,4 Prozent gerechnet. Uljukajew geht davon aus, dass das BIP 2015 insgesamt um rund 2,8 Prozent schrumpfen wird. Grund für die Rezession ist auch eine schleppende Binnennachfrage wegen einer massiven Rubel-Schwäche.

Russlands Wirtschaft ist stark von Öl und Gas abhängig, der Ölpreis ist aber angesichts des Fracking-Booms in den USA seit längerem unter Druck. Dazu kommen die Sanktionen, die wegen der russischen Aktivitäten in der Ukraine verhängt wurden. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass nun der Boden erreicht sein könnte. Wenn der Ölpreis nicht weiter falle und wenn es nach Zinserhöhungen in den USA nicht zu Verschiebungen komme, könnte es in den kommenden beiden Quartalen leicht wieder aufwärts gehen, sagte Ekaterina Wlasowa, Analystin bei der Citigroup.

luk/dpa/rtr

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