Freitag, 6. Dezember 2019

Schulden-Alarm der BIZ Die krachende Niederlage der Notenbanker

Zentrale der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel. Die BIZ ist so etwas wie die Intelligenz-Zentrale aller Notenbanken

5. Teil: 4. Finanzsystem sanieren

Für die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich bleibt der Schuldenberg und die schwache Kapitalisierung des Banksektors weiterhin eine Belastung für die wirtschaftliche Entwicklung und ein systemisches Risiko. Zwar hofft die BIZ, dass der Stresstest der EZB die Banken zur Offenlegung ihres Kapitalbedarfs und Sanierung ihrer Bilanzen zwingt. Doch darf an dieser Hoffnung gezweifelt werden. Studien beziffern den Kapitalbedarf europäischer Banken auf bis zu 800 Milliarden Euro.

Wer soll diese Lücke schließen? Staaten und Banken sind noch mehr als vor sechs Jahren wechselseitig voneinander abhängig und stützen sich wie zwei Betrunkene, während die EZB den Nachschub an Bier sichert. Ohne eine Bereinigung der faulen Schulden, eine strengere Regulierung der Banken und deutlich höhere Eigenkapitalanforderungen wird es nicht funktionieren. Realisierungswahrscheinlichkeit: null.

Die Politik scheut sich, den Bürgern die Wahrheit zu sagen, denn ohne eine Bereinigung der faulen Schulden von rund 5 Billionen Euro kann man auch die Banken nicht auf eine stabile Grundlage stellen. Solange unklar ist, wer wie und in welcher Höhe die Kosten übernimmt, wird das Thema nicht angegangen. Zwar werden die Rufe nach Vermögensabgaben immer lauter und Politökonomen wie Thomas Piketty liefern eine Argumentationshilfe für die Politik aber noch traut sich die Politik nicht daran.

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