Donnerstag, 5. Dezember 2019

Schulden-Alarm der BIZ Die krachende Niederlage der Notenbanker

Zentrale der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel. Die BIZ ist so etwas wie die Intelligenz-Zentrale aller Notenbanken

3. Teil: 2. Entschärfen der Demographie-Bombe

Bereits im Jahr 2011 hat die BIZ in einer Studie aufgezeigt, dass die Versprechen der Politik für künftige Renten, Pensionen und Gesundheitsleistungen unter keinen Umständen finanzierbar sind. Würden Staaten wie Unternehmen bilanzieren, wäre das offensichtlich. Die wahre Verschuldung liegt zwischen 400 und 800 Prozent des BIP. Die BIZ hat damals berechnet, was die Politik tun müsste, um dieses Problem zu lösen.

Selbst bei einem Einfrieren der Kosten für Rentner auf dem heutigen Anteil am BIP würden die Staatschulden in vielen Ländern wie USA, Großbritannien und Frankreich weiter ungebremst ansteigen. Deutschland sah in diesem Szenario besser aus, allerdings war dies noch vor den Rentengeschenken der Großen Koalition. Dabei muss man bedenken, dass ein Einfrieren auf heutigem Niveau natürlich pro Kopf eine deutliche Kürzung darstellt.

Dennoch ist ein Umsteuern durch längere Arbeitszeiten, höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und geringere Rentenniveaus unerlässlich. Realisierungswahrscheinlichkeit: immer geringer. Sobald die Mehrheit der Wähler Transferempfänger ist, wird sich die Politik nur noch an deren Interessen orientieren. Die Politik der deutschen Regierung gibt da nur einen Vorgeschmack. Dass es am Ende zu einem Kampf zwischen Alt und Jung aber auch zwischen Alt (vermögend) und Alt (unvermögend) kommen wird, ist kein guter Ausblick.

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