Wilde Szenen im Supermarkt Keine Plastiktüten mehr - Kunden in Australien drehen durch

In Australien hat der Entschluss des Handels, aus Umweltschutzgründen keine Einweg-Plastiktüten mehr auszugeben, viele Kunden in Rage gebracht. Supermarktangestellte berichteten von schimpfenden und fluchenden Kunden, die sogar handgreiflich wurden.
Plastiktüte im Meer

Plastiktüte im Meer

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Das Plastik-Problem
Foto: [M] Charlie Abad via Getty Images

Milliarden Tonnen an Plastik wurden bereits produziert, für Verpackungen, als Baumaterial, als Grundstoff für besonders langlebige Produkte und vieles mehr. Doch Plastik vermüllt zunehmend den Planeten und wird zur Gefahr für die Menschheit. Lesen Sie alles über Produzenten, Verbraucher, Lösungsansätze.Weiterleitung zum Thema Plastik 

Die beiden großen Supermarktketten des Landes, Woolworths und Coles, hatten vergangenes Jahr angekündigt, die kostenlosen Einwegtüten aus Plastik durch wiederverwendbare Tüten zum Preis von je 15 Cent zu ersetzen. Woolworths startete am 20. Juni, musste die Aktion aber wegen meuternder Kunden um zehn Tage verschieben. Coles verlangt seit Sonntag Geld für Tüten.

Die Gewerkschaft der Groß- und Einzelhandelsangestellten befragte ihre Mitglieder zur Abschaffung der kostenlosen Plastiktüten. Von 141, die bislang antworteten, berichteten 61, sie seien verbal oder gar körperlich von wütenden Kunden angegriffen worden.

Der Gewerkschaftsvertreter Ben Harris sagte der Nachrichtenagentur AFP am Montag: "Ein männlicher Kunde hat eine Verkäuferin laut beschimpft. Sie hat ihm kostenlose Plastiktüten gegeben und sich entschuldigt. Als sie ihm wenig später beim Einscannen eines Produkts helfen wollte, hat er ihr die Hände von hinten um den Hals gelegt."

Gewalt gegen Verkäufer, Tüten mit benutzten Windeln

Andere Kunden warfen Waren auf den Fußboden, fluchten und stürmten aus dem Supermarkt, wie Gewerkschaftsmitglieder berichteten. Gewerkschaftschef Gerard Dwyer erklärte, die "Frustration" mancher Kunden sei vielleicht verständlich - es gebe aber "keine Entschuldigung für Gewalt gegen das Personal".

Dwyer berichtete, manche Kunden hätten aus Protest gegen die Abschaffung der kostenlosen Plastiktüten dreckige von zu Hause mitgebracht. "Kunden wollten ihre Einkäufe in Tüten mit Erbrochenem, mit benutzten Windeln oder Rattenkot stecken." Das sei "nicht hinnehmbar" - auch, weil es ein ernstes Gesundheitsrisiko" für das Personal darstelle.

Im Kampf gegen den Plastikmüll haben fast alle australischen Bundesstaaten ein Plastiktütenverbot erlassen oder planen eines. Ausnahme ist noch New South Wales. Händler, die sich nicht daran halten, müssen mit Strafen bis zu 6000 australischen Dollar (3800 Euro) rechnen.

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