Nach positiven Studienergebnissen Moderna hofft auf Zulassung von Omikron-Booster im Spätsommer

Moderna bringt nun Daten von einem Corona-Impfstoff vor, der an die hochansteckende Omikron-Variante angepasst ist. Der US-Biotechkonzern hofft auf eine Zulassung der Auffrischungsimpfung noch im Spätsommer.
Moderna-Chef Stephane Bancel ist zuversichtlich: Die Daten sollen in den kommenden Wochen bei den Regulierungsbehörden eingereicht werden

Moderna-Chef Stephane Bancel ist zuversichtlich: Die Daten sollen in den kommenden Wochen bei den Regulierungsbehörden eingereicht werden

Foto: FABRICE COFFRINI / AFP

Der US-Biotechkonzern Moderna prescht mit seinem an die hochansteckende Omikron-Variante angepassten Covid-19-Impfstoff vor. Nach positiven Studienergebnissen hofft Moderna auf eine Zulassung der Auffrischungsimpfung noch im Spätsommer. Die Daten sollen in den kommenden Wochen bei den Regulierungsbehörden eingereicht werden, wie Moderna-Chef Stephane Bancel (49) am Mittwoch ankündigte. Sollten die Behörden grünes Licht geben, könnte das eine Verwendungen des Impfstoffs als Herbst-Booster ermöglichen. Auch der deutsche Rivale Biontech arbeitet mit seinem US-Partner Pfizer an Nachfolgeversionen seines Impfstoffs und will Daten dazu in den kommenden Wochen veröffentlichen.

Bei dem angepassten Booster "mRNA-1273.214" handelt es sich um eine Kombination aus dem ursprünglichen Moderna-Vakzin Spikevax und einem gegen die Omikron-Variante gerichteten Impfstoffkandidaten. Vorläufigen Studiendaten zufolge erzielte er gegen Omikron eine überlegene neutralisierende Antikörperreaktion im Vergleich zu Spikevax. Der angepasste Booster erhöhte demnach die Anzahl der virusneutralisierenden Antikörper um das Achtfache. Der Booster wurde mit einer Dosis von 50 Mikrogramm verabreicht – die Hälfte der ursprünglichen Dosierung für die Grundimmunisierung, aber die gleiche wie die der Auffrischungsimpfung mit Spikevax. Der Impfstoff war im Allgemeinen gut verträglich, wobei die Nebenwirkungen mit denen der ursprünglichen Booster-Dosis vergleichbar waren.

"Wir gehen davon aus, dass mRNA-1273.214 einen dauerhafteren Schutz gegen bedenkliche Varianten bietet, was es zu unserem Hauptkandidaten für eine Auffrischungsimpfung im Herbst 2022 macht", sagte Bancel. Die Antikörpertiter des angepassten Impfstoffs waren nicht nur bei Omikron deutlicher höher als bei der Impfung mit Spikevax, sondern auch gegen andere Varianten wie Alpha, Beta, Gamma und Delta. Diese sollten zudem auch über einen längeren Zeitraum halten. Mehrere Studien haben gezeigt, dass die Immunität durch Covid-Impfungen mit der Zeit nachlässt und der Schutz gegen die Omikron-Variante nicht mehr so hoch ist wie gegen das ursprüngliche Virus.

Biontech hat zwar noch keine Daten zu seinem Omikron-Impfstoff veröffentlich, hofft aber auch mit einer Zulassung bis zum Herbst. "Je nach Entscheidung der Behörden könnte ein angepasster Impfstoff im August, September oder Herbst genehmigt werden", hatte Vorstandschef Ugur Sahin (56) vergangene Woche auf der Hauptversammlung der Mainzer Biotechfirma gesagt.

sio/Reuters
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