Ölpreis steigt stark Saudi-Arabien drosselt Ölproduktion um ein Neuntel

Nach einem Treffen der Opec+ verteuert sich Öl um mehr als 5 Prozent. Zwar haben die Staaten keine weitere Produktionskürzung vereinbart, doch Saudi-Arabien verknappt das Angebot von sich aus deutlich.
Kommando Stopp: Ölarbeiter des Staatskonzerns Saudi Aramco auf der Plattform Tanajib im Persischen Golf

Kommando Stopp: Ölarbeiter des Staatskonzerns Saudi Aramco auf der Plattform Tanajib im Persischen Golf

Foto: SAUDI ARAMCO HANDOUT/EPA-EFE/REX

Saudi-Arabien kürzt seine Ölproduktion im Februar und März um eine Million Barrel (je 159 Liter) am Tag. Dies sei eine Geste des guten Willens, um den Markt weiter zu stabilisieren, sagte der saudische Energieminister Abdulasis bin Salman am Dienstag nach einem Online-Ministertreffen der Ölallianz Opec+. "Wir haben niemanden gefragt. Das ist eine Entscheidung, die Führerschaft unterstreicht." Die Förderleistung Saudi-Arabiens werde damit von 9,1 auf 8,1 Millionen Barrel am Tag sinken. Andere Staaten würden ebenso freiwillig ihren Output um 425.000 Fass senken, erklärte der MInister. Zugleich weiten nach Opec-Angaben die Ölförderländer Russland und Kasachstan ihre Produktion im Februar und März um insgesamt 75 000 Barrel am Tag aus.

Viele Öl exportierende Staaten befinden sich in einer schwierigen Situation. Sie brauchen die Einnahmen aus den Ölgeschäften für ihren Staatshaushalt dringend, ein zu großes Angebot könnte aber die Preise unter Druck setzen. Die 23 Staaten der Allianz Opec+ liefern rund 45 Prozent der globalen Ölproduktion. In Zukunft wollen die Minister monatlich beraten, um kurzfristig auf die Marktlage reagieren zu können.

Die Ölpreise  legten am Dienstag deutlich zu. Ein Barrel der europäischen Leitsorte Brent kostete zuletzt 53,25 US-Dollar. Das waren 2,16 Dollar mehr als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 2,31 Dollar auf 49,94 Dollar. Zwischenzeitlich war der WTI-Preis bis auf 50,05 Dollar gestiegen. Er kletterte damit erstmals seit Februar über 50 Dollar.

Gestützt wurden die Ölpreise auch durch robuste Konjunkturdaten aus den USA. Der Einkaufsmanagerindex ISM für die Industrie stieg im Dezember auf den höchsten Stand seit August 2018. Volkswirte hatten hingegen mit einem Rückgang gerechnet. Dies ist der höchste Stand seit August 2018. Die Industrie wurde durch die Einschränkungen in der Pandemie weniger betroffen als der Dienstleistungssektor.

ak/dpa-afx
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