OECD-Prognose US-Wirtschaft schaltet den Turbo an

Schnelles Impfen und Finanzhilfen werden dieses Jahr die globale Wirtschaft nach vorn bringen, glaubt die OECD. Die USA dürften dank des Billionen-Hilfspakets allerdings deutlich schneller wachsen als Europa.
Auf gutem Weg: Die OECD hat ihre Wachstumsprognose 2021 für die USA gegenüber dem Dezember auf 6,5 Prozent nahezu verdoppelt

Auf gutem Weg: Die OECD hat ihre Wachstumsprognose 2021 für die USA gegenüber dem Dezember auf 6,5 Prozent nahezu verdoppelt

Foto: Brian Snyder/REUTERS

Die Corona-Impfungen und das Konjunkturpaket in den USA verleihen der Weltwirtschaft nach Einschätzung der OECD neuen Schwung. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung korrigierte ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr am Dienstag um 1,4 Punkte auf 5,6 Prozent nach oben. Im vergangenen Jahr war die globale Wirtschaft um 3,4 Prozent geschrumpft - und kam damit glimpflicher davon als bisher vorausgesagt.

Durch "wirksame Impfstoffe und die Ankündigung zusätzlicher Finanzhilfen in einigen Ländern" hätten sich die weltweiten Wirtschaftsaussichten "deutlich verbessert", schreibt die OECD in ihrem Zwischenbericht, den sie an ihrem Sitz in Paris vorstellte.

Besonders das Corona-Hilfspaket von US-Präsident Joe Biden (78) mit einem Volumen von 1,9 Billionen Dollar (1,59 Billionen Euro) und die hohe Impfrate in den Vereinigten Staaten fallen dabei ins Gewicht: Die OECD rechnet 2021 mit einem starken Wachstum von 6,5 Prozent in den USA. Das ist fast doppelt so viel wie Anfang Dezember prognostiziert.

Deutsche Wirtschaft dürfte weniger stark wachsen als Eurozone

Auch die Lage in Deutschland bewertet die OECD etwas besser als noch im Herbst. Für Deutschland sagt die Organisation ein Wachstum von 3,0 Prozent im laufenden Jahr voraus, 0,2 Prozentpunkte mehr als noch im Herbst. Auch die Bundesregierung rechnet nun mit diesem Wert. Im Herbst war Berlin noch von einem deutlich stärkeren Plus von 4,4 Prozent ausgegangen. Der Eurozone traut die OECD in diesem Jahr ein Wachstum von 3,9 Prozent zu. Der Aufwärtstrend soll sich 2022 fortsetzen. Dann wird ein Plus von 3,8 Prozent erwartet.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone schrumpfte im vierten Quartal indes etwas stärker als gedacht - nämlich um 0,7 Prozent zum Vorquartal, teilte das Statistikamt Eurostat am Dienstag mit. In einer früheren Schätzzahl war von minus 0,6 Prozent die Rede. Wie massiv die Corona-Krise die Wirtschaft im Euroraum nach unten gezogen hat, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum, der noch nicht im Zeichen der Pandemie stand: Das BIP schrumpfte Ende 2020 gegenüber dem vierten Quartal 2019 um 4,9 Prozent.

BIP in Eurozone schrumpfte Ende 2020

Chefökonomin Laurence Boone erklärte, das Herstellen und weltweite Verteilen von Corona-Impfstoffen habe Vorrang. Verzögerungen dabei oder Corona-Mutationen, für die es keine Impfstoffe gebe, könnten den erwarteten Aufschwung hingegen schwächen, warnte sie. Die OECD umfasst 37 Mitgliedsländer. Darunter sind unter anderem die meisten EU-Staaten sowie die USA, die Türkei und Japan.

rei/AFP, DPA