Freitag, 15. November 2019

Reaktion auf Trump Nordkorea droht mit Raketenangriff auf Guam

US-Marinestützpunkt im Hafen Apra auf Guam (2016)
Naval Base Guam/REUTERS
US-Marinestützpunkt im Hafen Apra auf Guam (2016)

US-Präsident Trump droht Nordkorea mit "Feuer und Wut" - und Nordkorea kontert mit weiteren Drohungen: Das Militär ziehe einen Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam "ernsthaft in Erwägung".

Die nordkoreanischen Streitkräfte haben den Vereinigten Staaten mit einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam gedroht. Das Militär ziehe eine solche Attacke "ernsthaft in Erwägung", meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Laut einem Sprecher der nordkoreanischen Armee könne der Plan "jederzeit" ausgeführt werden, sobald Staatschef Kim Jong Un die Entscheidung dazu treffe.

Die USA sollten ihre "rücksichtslosen militärischen Provokationen" gegen Nordkorea unterlassen, sodass man nicht "gezwungen" sei, eine "unvermeidliche militärische Entscheidung" zu treffen, sagte der Armeesprecher demnach.

Der Bericht von KCNA nimmt direkt Bezug auf die US-Luftwaffenbasis Anderson auf Guam, von der die Vereinigten Staaten immer wieder strategische Bomber zu Militärmanövern in Richtung koreanische Halbinsel entsendet haben. In Erwägung gezogen wird demnach ein Angriff mit ballistischen Mittelstreckenraketen, um die US-Militärbasen auf Guam und die dort stationierten Bomber in Schach zu halten und "ein ernstes Warnsignal an die USA zu schicken".

In einer weiteren Stellungnahme kündigte ein anderer nordkoreanischer Militärsprecher laut KCNA an, auf einen möglichen "Präventivkrieg" der US-Streitkräfte mit einem "totalen Krieg" zu reagieren, der "sämtliche Stützpunkte des Gegners ausrotten wird, auch auf dem US-Festland".

Video: Spirale der Drohungen

Die Stellungnahme erfolgt nur wenige Stunden, nachdem US-Präsident Donald Trump Nordkorea indirekt militärische Gewalt angedroht hatte. Wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde er diesen "mit Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat" begegnen, sagte Trump am Dienstag.

Reaktionen aus Guam

Madeleine Z. Bordallo ist Mitglied der US-Demokraten und vertritt Guam im US-Kongress. Trump müsse mit der Weltgemeinschaft zusammenarbeiten, um die Lage zu deeskalieren, sagte sie nun. Und: Sie sei zuversichtlich, dass das Militär Guam vor Nordkorea schützen könne.

Ein Sprecher der Regierung in Guam, Benjamin Cruz, sagte der Nachrichtenagentur AP: "Wir beten, dass die Vereinigten Staaten und unsere Verteidigungssysteme genug sind, um uns zu beschützen."

Der Gouverneur von Guam, Eddie Baza Calvo, sah in den jüngsten Meldungen aus Nordkorea keine Gefahr. Guam sei für "alle Eventualitäten" gewappnet. Er habe sich bereits mit dem Weißen Haus in Verbindung gesetzt, schrieb Calvo in einer Mitteilung. Ihm sei mitgeteilt worden, dass es für Guam keine veränderte Gefahrenstufe gebe.

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