Weltwirtschaftsforum in Davos Prinz Charles trifft Greta

Beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos haben heute EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Prinz Charles das Wort. US-Präsident Donald Trump verabschiedet sich mit den üblichen Drohungen aus der Schweiz. Lesen Sie alle wichtigen Entwicklungen im Überblick.
Foto: FABRICE COFFRINI/ AFP

16.50 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht die Zukunft seines Landes in der EU. "Die Ukraine sollte an Bord genommen werden im Projekt der Europäischen Union", forderte der als reformorientiert geltende Staatschef in Davos. Mit dem anstehenden Ausstieg Großbritanniens aus der EU komme "vielleicht genau der richtige Zeitpunkt, um den Zugang zur EU zu finden".

15.00 Uhr: Prinz Charles fordert dazu auf, den Kampf gegen den Klimawandel auch als Chance auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu sehen. Zu Beginn des neuen Jahrzehnts tun sich seiner Ansicht nach im Zusammenhang mit dem Klimaschutz neue Möglichkeiten am Arbeitsmarkt auf: "Mit dem Potenzial zu beispiellosem Wachstum." 2020 sei das Jahr für "Lösungen und praktische Aktion". Charles kämpft seit vielen Jahren leidenschaftlich für den Naturschutz. Im Großen Saal von Davos rief der Prinz seine neue "Initiative für nachhaltige Märkte" aus. Laut Beobachtern des "Spiegel" vor Ort sei Charles mit seinem Zehn-Punkte-Plan zu der Initiative allerdings inhaltlich vage geblieben.

14.45 Uhr: EU-Parlamentspräsident David Sassoli fordert mehr Geld, um den ehrgeizigen Klimaschutz in der Europäischen Union sozial abzupuffern. "Um den politischen Erfolg des europäischen Green Deal zu gewährleisten, ist es unerlässlich, dass ausreichende Finanzmittel zur Verfügung stehen, um den am stärksten betroffenen Menschen zu helfen", sagte Sassoli in Davos. Er bezog seine Aussage auf Pläne der EU, Europa bis 2050 "klimaneutral" zu machen, also alle Treibhausgase zu vermeiden oder zu speichern. Für die am stärksten von der Klimawende getroffenen Regionen soll ein Hilfsfonds aufgelegt werden. "Die Mittel, mit denen dieser Fonds ausgestattet werden soll, scheinen jedoch nicht unserem Anspruch an sozialen Wandel gerecht zu werden", meinte der italienische Sozialdemokrat.

14.00 Uhr: Donald Trump kann's nicht lassen. Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, die er tags zuvor indirekt als "Prophet des Untergangs" bezeichnet hatte, griff der der US-Präsident jetzt noch mal frontal an: Sie solle nicht den Treibhausgasausstoß der USA kritisieren. Es gebe Länder, die weitaus größere Verschmutzer seien, sagte Trump. "Greta sollte sich auf diese Orte konzentrieren", sagte der US-Präsident.

Prinz Charles: Treffen mit Greta

Prinz Charles: Treffen mit Greta

Foto: DENIS BALIBOUSE/ REUTERS

13.30 Uhr: Der britische Thronfolger Prinz Charles (71) wird beim Weltwirtschaftsforum in Davos am Mittwoch zu erstem Mal mit der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg (17) zusammentreffen. Das teilte das Clarence House, der Sitz des Prince of Wales in London, per Twitter mit. Charles warnt bereits seit vielen Jahren vor der Klimaerwärmung und sollte am Mittwoch eine Rede bei der jährlichen Konferenz in dem Schweizer Skiort halten. Thunberg hatte sich bereits am Dienstag beim Weltwirtschaftsforum zu Wort gemeldet. Sie warf den Unternehmenschefs, Politikern und Gesellschaftsvertretern Untätigkeit vor und legte sich dabei indirekt mit US-Präsident Donald Trump an, der die Warnungen vor der Klimakrise als Schwarzseherei und Pessimismus abtat.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: "Werden europäische Unternehmen vor unfairem Wettbewerb schützen"

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: "Werden europäische Unternehmen vor unfairem Wettbewerb schützen"

Foto: Gian Ehrenzeller/ dpa

12.30 Uhr: Die EU-Kommission droht internationalen Handelspartnern mit Zöllen oder anderen Importschranken, wenn sie weniger klimafreundlich produzieren als europäische Unternehmen. "Es ist eine Frage der Fairness gegenüber unseren Unternehmen und unseren Arbeitnehmern", sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Mittwoch beim Weltwirtschaftsforum in Davos. "Wir werden sie vor unfairem Wettbewerb schützen." Eine Möglichkeit sei der sogenannte Kohlestoff-Grenzmechanismus - also ein Aufpreis für klimaschädlich produzierte Importwaren. "Aber ich würde es bevorzugen, unsere Handelspartner zu überzeugen, mit uns an gleichen Wettbewerbsbedingungen zu arbeiten, von denen wir alle profitieren", sagte von der Leyen. Sie nannte als gute Ansätze den Kohlestoffmarkt im US-Staat Kalifornien und in China. "Wenn das ein globaler Trend wird, dann haben wir gleiche Wettbewerbsbedingungen - und eine Kohlestoff-Grenzsteuer wird nicht notwendig."

Von der Leyen bekräftigte, dass Europa bis 2050 der weltweit erste "klimaneutrale" Kontinent werden wolle. Das sei eine neue Wachstumsstrategie. "Aber es wäre sinnlos, nur Treibhausgase zu Hause zu reduzieren, wenn wir den Import von CO2 erhöhen", betonte sie. In ihrer Rede plädierte von der Leyen für globale Zusammenarbeit - und gegen Nationalismus sowie das "Wir gegen die", für den auch US-Präsident Donald Trump steht. Man müsse "die Kraft der Kooperation neu entdecken, gegründet auf Fairness und gegenseitigem Respekt." Dafür werde sich Europa einsetzen.

Trump zur Frage eines Handelsabkommens mit der EU: "Sie werden einen Deal machen, weil sie müssen, sie müssen"

Trump zur Frage eines Handelsabkommens mit der EU: "Sie werden einen Deal machen, weil sie müssen, sie müssen"

Foto: Gian Ehrenzeller/ dpa

11.00 Uhr: Nach dem Abschluss des Handelsabkommens mit China will sich US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben jetzt auf Verhandlungen mit der EU konzentrieren. Ohne neues Abkommen mit der US-Regierung drohten den Europäern "sehr hohe Zölle" auf den Import von Autos und anderen Waren, sagte Trump am Mittwoch dem US-Nachrichtensender CNBC. Ohne einen Deal "müssen die USA handeln", warnte Trump in dem Gespräch am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Er gehe aber davon aus, dass es zu einer Einigung mit Brüssel kommen werde, sagte Trump weiter. "Sie werden einen Deal machen, weil sie müssen, sie müssen", sagte der Präsident. Er habe sich in dem Handelskonflikt bislang zurückgehalten, weil er erst jenen mit China zum Abschluss bringen wollte. Bereits nach einem Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag in Davos hatte Trump erneut mit der Einführung von Strafzöllen auf Autoimporte gedroht.

Jetzt auch in grün: Blackrock-Chef Larry Fink sagt 100 Millionen Dollar Anschubhilfe für den von Deutschland und Frankreich gegründeten Klimafonds zu

Jetzt auch in grün: Blackrock-Chef Larry Fink sagt 100 Millionen Dollar Anschubhilfe für den von Deutschland und Frankreich gegründeten Klimafonds zu

Foto: AFP

9.30 Uhr: Geschicktes Marketing in Davos: Eine Investoren-Gruppe um den weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock will eine halbe Milliarde Dollar für einen privaten Beteiligungsfonds für Klimaschutzprojekte einsammeln. Blackrock leistet eine Anschubhilfe in Höhe von 100 Millionen Dollar für den Fonds, der 2018 von Deutschland und Frankreich sowie privaten gemeinnützigen Stiftungen aufgelegt wurde. Er soll den Einsatz erneuerbarer Energien und Projekte für mehr Energie-Effizienz finanzieren helfen - unter anderem in Afrika, Südostasien und Lateinamerika. Blackrock drängt Konzerne zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel. Andernfalls würden sich die Anleger zunehmend abwenden, warnte Blackrock-Chef Larry Fink jüngst in einem Brief an Konzernchefs.

7.30 Uhr: Klima und Geopolitik stehen am Mittwoch im Mittelpunkt der Tagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Nachdem am Dienstag US-Präsident Donald Trump die Tagung offiziell eröffnet hatte, rückt nun Europa stärker in den Fokus. Erwartet werden Reden des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez (11.00 Uhr) sowie von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (11.40 Uhr). Später geht es zudem um die Lage im Nahen Osten.

Geplant ist zudem eine Ansprache von Prinz Charles (14.40 Uhr). Der britische Thronfolger will unter dem Motto "Wie die Welt zu retten ist" über Umweltfragen reden.

Für Aufmerksamkeit sorgen dürfte zudem ein Auftritt der Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam (14.15 Uhr). Chinakritische Demonstranten fordern Lams Rücktritt. Seit mehr als einem halben Jahr kommt es in der Stadt immer wieder zu großen Protesten gegen den Einfluss der autoritären kommunistischen Führung Chinas.

7.15 Uhr: Von der Leyen hatte sich am Dienstag mit US-Präsident Donald Trump getroffen. Im Handelskonflikt zwischen der Europäischen Union und den USA drohte US-Präsident Donald Trump erneut mit der Einführung von Strafzöllen auf Autoimporte. Falls sich die EU und die USA nicht auf ein Handelsabkommen verständigen könnten, würden solche Importgebühren "sehr ernsthaft" geprüft, sagte Trump in Davos.

Donald Trump: "USA um Handelsabkommen mit der EU bemüht"

Donald Trump: "USA um Handelsabkommen mit der EU bemüht"

Foto: Evan Vucci/ AP

Kaeser und Diess beim Dinner mit Trump dabei

Trump hatte sich am Dienstagabend zu einem Abendessen mit internationalen Topmanagern getroffen, darunter Siemens -Chef Jo Kaeser und der VW -Vorstandsvorsitzende Herbert Diess. Dabei war auch der umstrittene Chef des Fußball-Weltverbands Fifa, Gianni Infantino. Er überreichte Trump einen Fußball und hob dessen Rolle bei der Vergabe der WM 2026 an die USA, Mexiko und Kanada hervor.

In Davos diskutieren etwa 3000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft noch bis zu diesem Freitag unter dem Motto "Stakeholder für eine solidarische und nachhaltige Welt" über aktuelle Herausforderungen. Kanzlerin Angela Merkel wird an diesem Donnerstag in den Schweizer Alpen erwartet.

Das geschah am Montag in Davos

17.30 Uhr: Zuckerbrot und Peitsche: Zunächst warb US-Präsident Donald Trump vor einem Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für ein "weitreichendes Handelsabkommen" mit der EU. Im Anschluss an das Treffen zeigte sich Trump von seiner anderen Seite: Sollte es zu keiner Einigung auf ein Handelsabkommen kommen, werde er erneut intensiv über Autozölle auf EU-Importe nachdenken. Dies darf als Drohung in Richtung Deutschland verstanden werden.

15.45 Uhr: Chinas Vizeministerpräsident Han Zheng hat sich für Globalisierung und offene Märkte ausgesprochen. "Unilaterale und protektionistische Praktiken, die gegen den weltweiten Trend laufen, führen nirgendwo hin", sagte Han Zheng am Dienstag beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos, ohne die konfrontative Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump direkt zu nennen. "China wird sich der Welt weiter öffnen", sagte Zheng und versprach mehr Marktzugang für ausländische Unternehmen.

15.00 Uhr: US-Präsident Donald Trump will sich nach eigenen Angaben um ein umfassendes Handelsabkommen mit der Europäischen Union bemühen. Er hoffe, beide Seiten könnten sich auf einen Deal verständigen, sagte Trump am Dienstag vor einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Sie sei als "sehr harte Verhandlungsführerin" bekannt, sagte Trump vor dem Gespräch, das hinter verschlossenen Türen stattfand. Die USA und die EU sind wichtige Handelspartner. Sie haben 2018 Waren und Dienstleistungen im Wert von fast 1,3 Billionen US-Dollar ausgetauscht. Trumps Regierung hatte der EU im vergangenen Jahr mit der Verhängung von Strafzöllen auf europäische Autoimporte in Höhe von 25 Prozent gedroht. Bislang ist es aber nicht dazu gekommen.

14 Uhr: Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte, der mit Greta Thunberg im gleichen Forum weilte, erscheinen Thunbergs Maximalforderungen wohl zu pauschal. Es gelte, einen Weg "zwischen Empörung und Optimismus" zu finden. "Wir müssen etwas tun, die Sachen praktisch anpacken." Es sei derzeit jedoch leider so, dass die Regierungen der Entwicklung hinterherliefen. Vor allem ohne die USA und China liefen die Klimaschutz-Anstrengungen letztlich ins Leere. "Worten müssen Taten folgen", forderte Bäte.

Greta Thunberg während einer Session im Kongress-Zentrum des Weltwirtschaftsforums in Davos

Greta Thunberg während einer Session im Kongress-Zentrum des Weltwirtschaftsforums in Davos

Foto: FABRICE COFFRINI / AFP

13.30 Uhr: Grünen-Chef Robert Habeck hat die Rede von US-Präsident Donald Trump auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos scharf kritisiert. "Trumps Rede war ein Desaster für die Konferenz", sagte Habeck am Dienstag in Davos. Nach dem Auftritt des US-Präsidenten sei "noch klarer" zu sehen, dass die Richtung gewechselt werden müsse: "Wir müssen den Kampf mit Donald Trump aufnehmen, er steht auf der anderen Seite."

13.15 Uhr: Klimaaktivistin Greta Thunberg liest Topmanagern und Spitzenpolitikern in Davos erwartungsgemäß die Leviten. "Leere Worte und Versprechen" sollten den Eindruck erwecken, dass etwas für das Klima getan werde, sie brächten aber nichts gegen die Klimakrise, sagte die Schwedin. "Unser Haus brennt noch immer. Eure Untätigkeit heizt die Flammen stündlich an." Bäume zu pflanzen sei zwar gut, ersetze aber nicht die notwendigen radikalen Schritte. Die junge Generation wolle nicht, dass weiter über CO2-Neutralität geredet und dabei in Wirklichkeit bei den tatsächlichen Werten getrickst werde, entgegnete sie Trump, dessen Rede sie verfolgt hatte. "Wir müssen die Emissionen nicht verringern. Unsere Emissionen müssen gestoppt werden", sagte Thunberg. Es müssten sofort alle Investitionen in die Gewinnung fossiler Brennstoffe gestoppt werden.

"Er steht auf der anderen Seite", sagt Grünen-Chef Robert Habeck nach der Rede von Donald Trump.

"Er steht auf der anderen Seite", sagt Grünen-Chef Robert Habeck nach der Rede von Donald Trump.

Foto: FABRICE COFFRINI/ AFP

12.50 Uhr: Die Kollegen vom "SPIEGEL" berichten, dass die indirekt von Trump angegriffene Greta Thunberg nun die Möglichkeit hat zu reagieren. Sie halte eine kleine Ansprache vor einer Podiumsdiskussion mit dem Titel "Die Klima-Apokalypse verhindern". Auf dem Podium sitzt unter anderem der Chef des weltgrößten Versicherungskonzerns Allianz, Oliver Bäte. Der Andrang sei auch bei dieser Veranstaltung enorm - und das dürfte nicht unbedingt am Allianz-Chef liegen.

12.15 Uhr: In seiner Trump teils widersprüchlichen Trump Rede bekennt Trump sich Trump auch zur Bewahrung der Natur und kündigt an, die USA würden der Initiative "Eine Billion Bäume" des Weltwirtschaftsforums beitreten. "Das ist keine Zeit für Pessimismus, sondern eine Zeit für Optimismus", fügte er hinzu.

12.00 Uhr: Trump attackiert in seiner Rede indirekt die Klimaschützerin Greta Thunberg. "Wir müssen die ewigen Propheten des Untergangs und ihre Vorhersagen der Apokalypse zurückweisen", sagte Trump. Es handele sich um die "Erben der Wahrsager von Gestern", die früher zum Beispiel auch vor Überbevölkerung gewarnt hätten. Diese "Alarmisten" wollten absolute Kontrolle, aber die USA würden sich nie "radikalen Sozialisten" unterordnen.

Im Publikum saß auch Greta Thunberg. Die junge Schwedin hatte erst wenige Stunden zuvor bei ihrem ersten Auftritt beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum Politik und Wirtschaft Versagen beim Kampf gegen den Klimawandel vorgeworfen. Bislang sei "nichts getan" worden, sagte sie. Der Klimaschutz sei durch die Proteste junger Menschen zu einem wichtigen Thema geworden, noch gebe es jedoch keinen Fortschritt.

11.45 Uhr: In seiner Eröffnungsrede lobt US-Präsident Donald Trump zunächst einmal die eigene Wirtschaftspolitik. Er sehe "großes Potenzial für die Zukunft", sagte Trump mit Blick auf die US-Wirtschaft. Zugleich kritisierte er die US-Notenbank Fed. Die US-Notenbank habe "zu langsam die Zinsen gesenkt", beschwerte sich Trump. Der US-Präsident ging zudem auf das Thema bilaterale Handelsabkommen ein. Derlei Handelsabkommen zwischen zwei Nationen seien das Modell für das 21. Jahrhundert. Es steht im Gegensatz zum Ansatz des Multilateralismus: In der EU zum Beispiel gelten Handelsabkommen zwischen der EU und einem Drittland für sämtliche EU-Staaten.

Alter weißer Mann in weißer Landschaft: US-Präsident Donald Trump bei der Ankunft in Davos

Alter weißer Mann in weißer Landschaft: US-Präsident Donald Trump bei der Ankunft in Davos

Foto: ARND WIEGMANN/ REUTERS

11 Uhr: Zum Auftakt der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos hat WEF-Gründer Klaus Schwab die Teilnehmer zu gemeinsamen Anstrengungen aufgerufen. Jeder könne dazu beitragen, eine bessere Welt zu bilden. "Wir können nicht nur eine bessere Welt schaffen, wir müssen", sagte Schwab am Dienstag. Er betonte erneut, das 50. Jahrestreffen solle Ergebnisse liefern. "Dies ist ein Arbeitstreffen, keine Quasselbude." Schwab forderte, auch junge Aktivisten wie Greta Thunberg anzuhören. "Wir müssen gemeinsam nach Lösungen suchen." Es gehe nicht um Polarisierung, sondern um einen Austausch. Die Schweizer Präsidentin Simonetta Sommaruga betonte, notwendig seien gemeinsame Anstrengungen gegen den Klimawandel. "Wir können nicht länger tatenlos zusehen."

10.00 Uhr: US-Präsident Donald Trump ist kurz vor dem Auftakt des Weltwirtschaftsforums (WEF) in der Schweiz eingetroffen. Seine Maschine landete am Dienstagmorgen am Flughafen von Zürich. Von dort flog der US-Präsident bei bestem Wetter per Hubschrauber in das etwa 150 Kilometer entfernte Alpendorf Davos weiter. Vor Managern und Politikern will Trump er am späten Vormittag eine Rede halten. Die viertägige Wirtschaftskonferenz dauert bis Freitag. Sie findet zum 50. Mal statt. Trump will in Davos unter anderem auch Iraks Staatschef Barham Salih treffen. Das irakische Parlament verlangt den Abzug der rund 5000 US-Soldaten im Land. Auch ein Treffen Trumps mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist geplant. Dabei dürfte es um den Handelskonflikt zwischen der Europäischen Union und den USA gehen. Trump hat mit Strafzöllen auf Autoimporte aus der EU gedroht.

9.50 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und sein US-Amtskollege Donald Trump haben sich im Steuerstreit auf eine Waffenruhe verständigt. Macron teilte vor Beginn des viertägigen Weltwirtschaftsforums in Davos mit, ein "großartiges Gespräch" mit Trump zur französischen Digitalsteuer gehabt zu haben. Beide Seiten würden zusammenarbeiten, um gegenseitige Strafzölle zu verhindern. Aus diplomatischen Kreisen verlautete, die Waffenruhe solle bis Jahresende gelten. Bis dahin werde der Fokus auf den Bemühungen der Industriestaaten-Organisation OECD liegen, ein Konzept für eine globale Mindeststeuer und eine neue Form der Besteuerung von Internetfirmen auszuarbeiten, die für alle wichtigen Länder akzeptabel sei. Frankreich hat beschlossen, eine dreiprozentige Digitalsteuer zu erheben. Diese stößt auf heftige Kritik der Vereinigten Staaten, weil vor allem US-Konzerne und Steuertrickser wie Apple , Google , Facebook  und Amazon  davon betroffen sind. Das hat den Handelsstreit der USA mit Europa angeheizt. Trump drohte in diesem Zusammenhang mit hohen Sonderzöllen auf französische Produkte wie Champagner, Käse und Luxus-Handtaschen.

WEF in Davos: Diese Milliardäre sind gegen den Kapitalismus

9.30 Uhr: Mit einer Rede von US-Präsident Donald Trump beginnt am Dienstag (11.30 Uhr) offiziell die 50. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Im Mittelpunkt des viertägigen Treffens in den Schweizer Alpen stehen der Kampf gegen den Klimawandel sowie geopolitische Krisen etwa im Nahen Osten und in Libyen.

Versteinerter Blick: Das Bild zum Aufeinandertreffen der Klimaktivistin Greta Thunberg und US-Präsident Donald Trump im Verlauf des UN-Klimagipfels im vergangenen September sorgte für Furore

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Foto: Andrew Hofstetter/ REUTERS

9.00 Uhr: Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen SAP-Chefin) forderte die Konzernchefs in Davos auf, in Klimafragennicht vor Trump einzuknicken. Sie hoffe, dass die Manager "dieses Mal ein wenig tiefer in ihre Seele gucken und überlegen, was sie dort sagen", sagte Morgan der Deutschen Presse-Agentur. "Die Konzernchefinnen und -chefs dort haben die Verantwortung, Klartext mit ihm zu reden." Sie müssten in eine aktive Rolle schlüpfen, "damit Menschen wie Trump verstehen, dass sie isoliert sind".


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Stiehlt Greta Thunberg Donald Trump die Show?

8.30 Uhr: Trump hat mehrfach versucht, sich über Greta Thunberg lustig zu machen. Doch ausgerechnet Thunberg könnte Trump in Davos die Schau stehlen. Nachdem sie zur "Person des Jahres" gekürt worden war, bezeichnete er das auf Twitter als "lächerlich". Trump nannte den Klimawandel früher einen "Scherz"; davon ist er mittlerweile abgerückt, aber er bezweifelt immer noch, dass die Klimaveränderungen menschengemacht sind. Zu einem Treffen mit Thunberg wird es mit ziemlicher Sicherheit in Davos nicht kommen. Warum sollte sich Greta auch mit Trump treffen?

Insgesamt diskutieren 3000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bis zum Freitag in Davos über Lösungen für internationale Probleme. Die Tagung steht in diesem Jahr unter dem Motto "Stakeholder für eine solidarische und nachhaltige Welt". Aus Deutschland werden außer Bundeskanzlerin Angela Merkel, die am Donnerstag in Davos eine Rede hält, mehrere Minister und Konzernchefs erwartet.

8.00 Uhr: In diesem Jahr sind unter anderen US-Präsident Trump, Kanzlerin Merkel, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und UN-Generalsekretär Antonio Guterres in Davos dabei. Die Schau stehlen könnte ihnen die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, die seit der Vorjahrestagung international im Rampenlicht steht. Aufmerksamkeit wird auch dem britischen Thronfolger Prinz Charles gewiss sein, der sich zu Umweltthemen äußern will. Hinzu kommen zahlreiche Topmanager, aus Deutschland sind unter anderem Post-Chef Frank Appel, Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing und der VW-Vorstandsvorsitzende Herbert Diess dabei. Frauen machen rund ein Viertel (24 Prozent) der Teilnehmer aus. Etwa 120 Anwesende - rund 4 Prozent - sind Milliardäre, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg geschätzt hat.

Einige Top-Politiker fehlen in Davos. Der französische Präsident Emmanuel Macron wirbt kurz vor dem Beginn des Treffens lieber auf einem eigenen Wirtschaftsforum für den Standort Frankreich. Großbritanniens Premierminister Boris Johnson verzichtet kurz vor dem Brexit am 31. Januar auf die Reise. Kremlchef Wladimir Putin fehlt, ebenso wie Brasiliens rechtsradikaler Präsident Jair Bolsonaro, der den Klimawandel leugnet. Diskussionen über die explosive Lage im Nahen Osten soll es geben - so reisen der irakische Präsident Barham Salih und mehrere saudische Minister an -, dabei fehlen aber Vertreter des Irans. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sagte seine geplante Teilnahme kurzfristig ab.

Kritiker bemängeln, dass hehren Worten in Davos oft keine Taten folgen würden. Der Chef der US-Großbank JPMorgan spottete einst, das Forum sei ein Ort, "wo Milliardäre Millionären erzählen, was die Mittelklasse fühlt." Doch das WEF betont, dass bereits zahlreiche Initiativen angestoßen worden seien, etwa zur Armutsbekämpfung sowie für die Rechte von Frauen oder Homosexuellen. Für 2020 sind zwei konkrete Projekte geplant: Bis 2030 sollen eine Milliarde Menschen fit für neue Jobs gemacht werden, die mit der Digitalisierung entstehen.

Und im selben Zeitraum sollen eine Billion Bäume gepflanzt werden. Den Klimaschützern um Greta Thunberg reicht das nicht; sie fordern, dass sich die Teilnehmer verpflichten sollen, nicht mehr in fossile Energien zu investieren.