Dienstag, 23. Juli 2019

Auskunftspflicht  Brüssel will Steuerflüchtlingen an den Kragen

Teure Steuertricks: Schätzungen zufolge geht den EU-Staaten jährlich eine Billion Euro durch die Binsen

2. Teil: US-Steuergesetz als Vorbild

Vorbild für die Initiative der fünf EU-Länder ist das US-Steuergesetz FATCA, das ausländische Finanzinstitutionen zur automatischen Übermittlung von Kontodaten zwingt. Entsprechende Vereinbarungen handelt die Regierung in Washington bilateral mit den EU-Ländern aus. Deutschland hat sich mit den USA im vergangenen Jahr auf ein Musterabkommen geeinigt.

Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten sich im Mai auf das Ziel verständigt, bis Jahresende weitreichende Fortschritte im Kampf gegen Steuerhinterziehung zu machen. Damit stieg auch der Druck auf Österreich und Luxemburg, nach jahrelanger Blockade künftig umfassend an dem Austausch von Steuerdaten von EU-Ausländern teilzunehmen, anstatt wie bislang eine anonyme Quellensteuer zu erheben.

Bis Jahresende will die EU auch entsprechende Abkommen mit der Schweiz, Liechtenstein, Monaco, San Marino und Andorra schließen. Ins Visier der EU-Staaten sind zudem Gesetzeslücken gekommen, die von großen Unternehmen ausgenutzt werden.

Indem die EU und die USA sich massiv für einen umfassenden internationalen Umtausch von Steuerdaten einsetzen, hat auch die Diskussion für weltweite Standards an Schwung gewonnen. Die Europäer wollen sich auch auf dem G-8-Gipfel der acht weltgrößten Industrienationen Anfang der kommenden Woche im nordirischen Lough Erne dafür einsetzen.

mihec/rtr/afp

Seite 2 von 2

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung