Nach Massaker in Gaza - Israels Minister pöbelt gegen EU "EU möge tausendmal zur Hölle fahren"

Gewalt in Gaza: Israelische Soldaten erschossen am 14. Mai mehr als 60 Menschen. Es waren die blutigsten Ausschreitungen seit Jahren

Gewalt in Gaza: Israelische Soldaten erschossen am 14. Mai mehr als 60 Menschen. Es waren die blutigsten Ausschreitungen seit Jahren

Foto: MAHMUD HAMS/ AFP

Israels Energieminister Juval Steinitz hat der Europäischen Union unfaire Kritik und Heuchelei vorgeworfen und ihr gewünscht, sie "möge tausendmal zur Hölle fahren". Das Mitglied des Sicherheitskabinetts sagte dem israelischen Radiosender "103FM" am Mittwoch, dies sei "noch freundlich formuliert".

Hintergrund der Pöbeleien von Steinitz ist ein EU-Aufruf vom Dienstag. Unter anderem wurde darin die rasche Untersuchung eines Vorfalls in Haifa gefordert, bei dem der Leiter einer arabischen Bürgerrechtsorganisation verletzt worden war. Dschafar Farah, Leiter des Mossawa-Zentrums, war am Freitag mit rund 20 anderen bei einer Demonstration gegen die Gaza-Gewalt festgenommen worden. Nach seiner Darstellung brach ihm auf der Polizeiwache ein israelischer Polizist das Bein. Israels Behörden untersuchen den Fall.

Steinitz nannte die EU-Stellungnahme einen "Gipfel der Unverschämtheit, der Heuchelei". Es sei "dieselbe Europäische Union, die sich jetzt beim Iran einschmeichelt und ihm angesichts der US-Sanktionen helfen will". Auf die Gewalt im Gazastreifen ging der energiegeladene Minister dagegen nicht ein.

Bei dem Massaker in Gaza am 14. Mai hatten israelische Soldaten mehr als 60 Palästinenser getötet und mehr als 2000 verletzt. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" stellte bei den Opfern vermehrt Schüsse in Brust und Kopf  fest.

Der Eskalation der Gewalt vorausgegangen war die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Die USA blockierten nach den Ausschreitungen eine Erklärung des UN-Sicherheitsrates, in welcher eine unabhängige Untersuchung der Gewalt an der Grenze des Gazastreifens gefordert werden sollte.

la/dpa
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