Freitag, 19. April 2019

Neuer Präsident verspricht "Schocktherapie" Wie Michel Temer Brasiliens Wirtschaft umkrempeln will

Plötzlich Präsident: Michel Temer tritt nach der Abwahl seiner bisherigen Chefin auf die große Bühne

Zumindest 180 Tage hat Michel Temer Zeit. Solange Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff ihres Amts enthoben ist, kann ihr bisheriger Stellvertreter regieren. Für diese Zeit hat sich der 75-jährige Verfassungsjurist und versierte Strippenzieher eine nach eigenen Worten "fast heroische Aufgabe" vorgenommen: radikale Reformen, um Brasiliens Staat und Wirtschaft aus ihrer tiefen Krise herauszulotsen, so unpopulär diese Reformen und er selbst auch sein mögen.

Als großer Versöhner des zerstrittenen Riesenlandes, wie er sich in der vorab geleakten Übung für seine Siegesrede präsentieren wollte, wird Temer kaum in die Geschichte eingehen. Zu kontrovers sind die Umstände seines Aufstiegs zur Macht. "Verräter", "Usurpator" und "Putschist" sind die Namen, die Rousseff und ihre linke Arbeiterpartei nun für ihren bisherigen Mehrheitsbeschaffer haben.

Und auch sein Wirtschaftsprogramm (PDF, Portugiesisch) spricht von einem kompletten Bruch mit der Regierung, der er fünf Jahre lang als Vizepräsident diente. Einen "institutionellen Schock" versprechen die 19 Seiten unter der Überschrift "Eine Brücke in die Zukunft".

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