Treffen der 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte Merkel und Scholz demonstrieren Kontinuität

Der zweitägige Gipfel der 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte in Rom hat begonnen. Hauptthemen sind der Kampf gegen die Corona-Pandemie und der Klimawandel.
Kampf gegen die Pandemie: Die Staats- und Regierungschefs danken dem medizinischen Personal

Kampf gegen die Pandemie: Die Staats- und Regierungschefs danken dem medizinischen Personal

Foto: Gregorio Borgia / dpa

Der letzte G20-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU; 67) hat begonnen. Die nur noch geschäftsführende Regierungschefin nahm am Samstag zusammen mit ihrem Finanzminister und wahrscheinlichen Nachfolger Olaf Scholz (SPD; 63) an der Konferenz der 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt in Rom teil.

Merkel und Scholz wollen mit ihrem gemeinsamen Auftritt Kontinuität in der deutschen Außenpolitik nach dem bevorstehenden Regierungswechsel demonstrieren. Die beiden werden auch bei den bilateralen Gesprächen am Rande der zweitägigen Konferenz unter anderem mit US-Präsident Joe Biden (78) und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan (67) als Duo auftreten.

Der Gipfel begann am Samstag mit der Begrüßung der Teilnehmer durch den italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi (74) und dem traditionellen Familienfoto. Zwei wichtige Staatschefs fehlen allerdings in Rom: Der chinesische Präsident Xi Jinping (68) und der russische Präsident Wladimir Putin (69) reisten wegen der Corona-Pandemie nicht an.

Corona und Klimawandel die Hauptthemen

Am ersten Gipfeltag wird es um den Kampf gegen Corona und die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie gehen. Die wichtigsten Wirtschaftsmächte wollen sich dafür einsetzen, dass bis nächsten September mindestens 70 Prozent der Bevölkerung in allen Ländern weltweit gegen Corona geimpft werden. Die Gesundheits- und Finanzminister hatten sich bei ihrem Treffen in Rom hinter dieses Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO gestellt.

Kampf gegen die Corona-Pandemie

Seit Monaten hält die Corona-Pandemie die Welt in Atem. Neben den Hygieneregeln setzt die Politik vor allem auf eine Durchimpfung der Bevölkerung. Welche Firmen bei der Impfstoffentwicklung mitspielen, welche Unternehmer die Nase vorn haben und welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Vakzine bieten, erfahren Sie auf unserer Themenseite über das Coronavirus.

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Noch unklar ist aber, was die G20 tun will, um dieses Ziel zu erreichen. Scholz mahnte am Freitag erhebliche Anstrengungen an: "Es ist notwendig, dass wir gegen diese Pandemie alles miteinander auf der Welt unternehmen, was möglich ist. Das ist eine globale Krise, die auch globale Antworten verlangt".

Das zweite große Thema ist der Klimaschutz, der aber erst am zweiten Gipfeltag auf dem Programm steht. Dann beginnt auch die Weltklimakonferenz in Glasgow. Dort soll beraten werden, wie das 2015 im Pariser Klimaabkommen formulierte Ziel erreicht werden kann, die gefährliche Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die G20-Staaten spielen dabei die entscheidende Rolle, weil sie für mehr als drei Viertel der Emissionen verantwortlich sind.

Beratungen über Iran-Abkommen

US-Präsident Biden ist bereits seit Donnerstag in Rom und traf sich mit Papst Franziskus (84) und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron (43). Am Samstag stehen Beratungen mit Merkel, Macron und dem britischen Premierminister Boris Johnson (57) über das Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe auf dem Programm. Bidens Vorgänger Trump war aus dem Abkommen ausgestiegen, während die drei europäischen Länder es zu retten versuchten. Die Amerikaner sind unter Biden von der ganz harten Trump-Linie abgerückt.

Die G20 vereint knapp zwei Drittel der Weltbevölkerung und vier Fünftel der weltweiten Wirtschaftskraft. Der Gipfel wird von 8000 bis 9000 Polizisten gesichert. Rund 2000 Soldaten bewachen außerdem wichtige Gebäude, Sehenswürdigkeiten, Botschaften und Ministerien. Am Freitag kam es bereits zu kleineren Protesten für eine gerechtere Verteilung von Impfstoffen und eine Schulreform in Italien.

mg/dpa-afx
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