Sonntag, 18. August 2019

Literaturliste des Ex-Präsidenten Was Barack Obama diesen Sommer gelesen hat

Barack Obama

Mehrere neue Romane, ein alter Klassiker und ein Loblied auf Fakten: Ex-US-Präsident Barack Obama hat auf Facebook gepostet, in welche Bücher er in den vergangenen Wochen versunken war.

Es sei eine seiner liebsten Beschäftigungen im Sommer, schreibt der ehemalige US-Präsident Barack Obama in seinem Facebook-Post: sich zu überlegen, was er in den kommenden, ruhigeren Wochen lesen werde, "entweder im Urlaub mit der Familie oder an einem ruhigen Nachmittag".

In diesem Sommer sei er in neue Romane versunken gewesen und habe einen alten Klassiker wiederentdeckt. Zudem habe ein weiteres Werk seinen Glauben daran bestärkt, dass wir gemeinsam vorwärts gehen könnten, wenn wir die Wahrheit suchten.

Vom Allgemeinen kommt Obama dann ins Spezielle - und listet auf, welche Werke genau er in den vergangenen Wochen gelesen hat:

  • "Educated" von Tara Westover: Obama beschreibt das Werk als die außergewöhnlichen Memoiren einer jungen Frau, die in Idaho in einer Familie von Überlebenskünstlern aufwächst. Sie strebe nach Bildung - und begegne der Welt, die sie hinter sich lasse, zugleich mit viel Verständnis und Liebe.
  • "Warlight" von Michael Ondaatje: Die Geschichte spiele nach dem Zweiten Weltkrieg und sei eine Erinnerung an die lang anhaltenden Auswirkungen des Krieges auf eine Familie, schreibt Obama. "Kriegslicht" ist der achte Roman von Ondaatje. Nach seinem ewigen Bestseller "Der Englische Patient" ist es wieder ein Roman, der 1945 einsetzt.
  • "A House for Mr Biswas" von V.S. Naipaul: Der Literaturnobelpreisträger starb erst vor Kurzem. Obama nahm dies eigenen Angaben zufolge zum Anlass, um den ersten Roman des Autors noch einmal zu lesen. Es gehe um das Aufwachsen auf Trinidad und die Herausforderungen, die eine postkoloniale Identität mit sich bringe. Naipaul wurde als Sohn indischer Einwanderer auf der Karibikinsel Trinidad geboren. Er galt als einer der wichtigsten Vertreter der postkolonialen Literatur, viele seiner Werke waren in Afrika, Asien oder der Karibik angesiedelt. Im Jahr 2001 wurde er mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. In dem Bestseller "Ein Haus für Mr. Biswas" (1961) verarbeitete er die Geschichte seines indischen Vaters in der Karibik und zeigte die Schwierigkeit, sich gleichzeitig in eine neue Gesellschaft zu integrieren und die eigenen Wurzeln zu bewahren.
  • "An American Marriage" von Tayari Jones: Obama nennt das Werk eine "bewegende Schilderung der Auswirkungen, die eine ungerechtfertigte Verurteilung auf ein junges afroamerikanisches Paar hat".
  • "Factfulness" von Hans Rosling: Den schwedischen Autor nennt Obama einen "außergewöhnlichen internationalen Experten für das öffentliche Gesundheitswesen". Sein Werk sei ein "hoffnungsvolles Buch über das Potenzial menschlichen Fortschritts", der möglich sei, wenn wir uns an Fakten statt an Vorurteilen orientierten. Ein Interview mit Roslings Sohn über die Arbeit am gemeinsamen Buch können Sie hier nachlesen.

Die "Washington Post" nennt Obamas Literaturliste "alles, was wir gerade brauchen" - und holt dann mit dem Lob für Obama zugleich zu einer Kritik an dessen Nachfolger aus. Der ehemalige US-Präsident habe in seiner Facebook-Botschaft nicht gegen seine Gegner gehetzt oder die Grundpfeiler der Demokratie angegriffen. Er habe niemanden einen Hund genannt. Er habe auch nicht mit seinen eigenen Bestsellern angegeben - oder mit der Größe seiner Bücher lesenden Hände. "Stattdessen hat er nur ein kleines Fenster zum Geist eines Mannes geöffnet, der zu schätzen weiß, wie sehr Bücher das Tempo unseres Lebens ändern und die Welt erleuchten können."

 

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