Montag, 15. Juli 2019

"Neue Ära des Friedens" Nord- und Südkorea bekennen sich zur nuklearen Abrüstung

Historischer Handschlag: Kim Jong Un (links) und Moon Jae-In

Nord- und Südkorea wollen multilaterale Gespräche über ein formelle Beendigung des Koreakrieges (1950-53) aufnehmen. Auf dem Gipfeltreffen am Freitag im Grenzort Panmunjon vereinbarten Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Südkoreas Präsident Moon Jae In, dass sie Gespräche entweder zu dritt mit den USA oder zu viert unter Einschluss Chinas aufnehmen wollten.

Zudem wollen beide Länder regelmäßig militärische Gespräche über Entspannungsmaßnahmen führen. Die Gespräche sollen auf der Ebene der Verteidigungsminister und der Generäle geführt werden.

Außerdem wollen beide Länder wieder Treffen von Familien ermöglichen, die durch den Koreakrieg auseinandergerissen worden waren. Das geht aus der gemeinsamen Erklärung hervor, die auf dem Gipfeltreffen am Freitag im Grenzort Panmunjon unterzeichnet wurde. Das nächste Treffen soll im August stattfinden.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat seinen Willen zu einem kompletten Abbau seines Atomprogramms bekräftigt. Das geht aus der gemeinsamen Erklärung hervor, die Kim und Südkoreas Präsident Moon Jae In am Freitag bei ihrem ersten Gipfel am Grenzort Panmunjom unterschrieben. Beide umarmten sich nach der Unterzeichnung.

Moon sprach von einer "neuen Ära des Friedens". Süd- und Nordkorea bestätigten in der Erklärung, ihr gemeinsames Ziel sei die Schaffung einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel durch "die vollständige Denuklearisierung". Beide Länder wollen alle Feindseligkeiten, die Quelle militärischer Spannungen zu Lande, zu Wasser und in der Luft seien, gegen die andere Seite einstellen.

Das historische Treffen im Video

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Bild: HOST BROADCASTER

Vom 1. Mai an sollen alle feindseligen Handlungen, einschließlich der Lautsprecherdurchsagen an der Grenze und der Verbreitung von Flugblättern in der Demilitarisierten Zone (DMZ) eingestellt werden. "Die DMZ wird in Zukunft praktisch zu einer Friedenszone werden."

Süd- und Nordkorea wollten aktiv zusammenarbeiten, um ein dauerhaftes Friedenssystem aufzubauen, heißt es in der Erklärung weiter. Die Einrichtung eines Friedenssystems sei eine historische Aufgabe, die nicht mehr aufgeschoben werden könne. "Wir erklären, dass kein Krieg mehr auf der koreanischen Halbinsel ausbrechen werde."

Beide Seiten einigten sich auch auf die Wiederaufnahme gemeinsamer humanitärer Projekte wie die Treffen von durch den Krieg auseinandergerissenen Familien.

Als erster nordkoreanischer Führer seit dem Ende des Korea-Krieges (1950-53) hatte Kim für den Gipfel die Grenze überquert und südkoreanischen Boden betreten.

luk, dpa

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