Freitag, 21. Februar 2020

Studie zum Mitarbeiter-Engagement Inder motiviert, Japaner deprimiert

Studie zum Arbeitnehmer-Engagement: Inder motiviert, Japaner deprimiert
DPA

Was Angestellte von ihren Arbeitgebern halten, hängt davon ab, in welchem Land sie danach gefragt werden. Eine Studie zum Mitarbeiter-Engagement hat nun jene Länder ermittelt, in denen Arbeitnehmer besonders motiviert und zufrieden sind. Sie zeigt: Geld ist offenbar nicht alles.

Hamburg - Geld, Glück und Motivation hängen nicht unbedingt zusammen. Besonders deutlich wird dies in einer aktuellen Studie der Personalberater von Kienbaum. In ihrem Engagement-Index zur weltweiten Motivation und Zufriedenheit von Arbeitnehmern, den die Beratung mit ihrem Partner ORC International seit einigen Jahren ermittelt, erweisen sich die Inder als motivierteste und zufriedenste Mitarbeiter weltweit.

Ein Ausreißer ist das nicht, denn die Arbeitnehmer des Subkontinents belegen mit einem Employee Engagement Index (EEI) von 74 Prozent bereits zum vierten Mal hintereinander den Spitzenplatz im internationalen Vergleich. Den zweiten Platz belegen die Chinesen, von denen 66 Prozent positiv über das eigene Unternehmen sprechen, mit ihm verbunden bleiben wollen und sich in besonderem Maße für ihren Arbeitgeber einsetzen. Platz drei und vier geht in diesem Jahr an Australien und Russland.

"Veränderte Arbeitsbedingungen sind die Haupttriebkraft für eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit", sagt Jan-Marek Pfau, Projektleiter der Studie. Der teils erhebliche Fachkräftemangel etwa in Russland zwinge Unternehmen, auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter stärker einzugehen, was sich positiv auf das Engagement der Arbeitnehmer auswirke.

Global ist der Engagement-Index im Vergleich zum Vorjahr um einen Punkt gestiegen und beträgt derzeit 59 Prozent. Deutschland liegt mit einem Wert von 58 Prozent knapp unter dem weltweiten Schnitt und belegt damit lediglich den dreizehnten Platz in der globalen und den siebten Platz in der europäischen Rangliste.

Auffällig ist, dass vor allem die etablierten Industrienationen vergleichsweise schwach abschneiden. Großbritannien und Frankreich liegen abgeschlagen hinter Deutschland. Japan hat im Vergleich zum Vorjahr gar einen regelrechten Einbruch der Zufriedenheit und Motivation der einheimischen Belegschaften erleben müssen.

Öffentlicher Dienst schneidet am schlechtesten ab

Neben Ländern, haben die Kienbaum-Berater Branchen und Sektoren unterschieden. Das Ergebnis: Mitarbeiter im öffentlichen Dienst sind weltweit am unzufriedensten. Sie erzielen lediglich einen Indexwert von 55 Prozent. Im Dienstleistungssektor arbeiten hingegen die motiviertesten Angestellten. Der aktuelle Engagement-Wert beträgt hier 63 Prozent. Knapp dahinter liegt der Finanz- und Versicherungssektor mit 62 Prozent.

"Dass öffentlich Bedienstete weniger zufrieden sind als in anderen Branchen liegt hauptsächlich an dem fehlenden individuellen Spielraum der Mitarbeiter", sagt Kienbaum-Berater Jan-Marek Pfau. Karrieren im öffentlichen Dienst seien häufig klar vorgezeichnet und böten kaum Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung. "Das schlägt sich in den eher zurückhaltenden Indexwerten nieder."

In die diesjährige Kienbaum-Studie flossen die Daten von rund 7400 Arbeitnehmern aus den zwanzig wichtigsten Wirtschaftsnationen ein.

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