Zentralbank Japan setzt weiter auf billiges Geld

Zwar erholt sich die Konjunktur in Japan allmählich. Doch die japanische Zentralbank hält weiter an ihrer extrem lockeren Geldpolitik fest.
Der Yen ist schwach: Und bei diesem Vorteil soll es vorerst auch bleiben, signalsiert die japanische Zentralbank

Der Yen ist schwach: Und bei diesem Vorteil soll es vorerst auch bleiben, signalsiert die japanische Zentralbank

Foto: REUTERS

Tokio - Die japanische Zentralbank hält unverändert an ihrer extrem lockeren Geldpolitik fest. Das beschloss die Bank von Japan (BoJ). Zudem hielt sie an ihrer Einschätzung der Wirtschaftslage fest, wonach sich die Konjunktur moderat erholt.

Japans Notenbank hatte im April beschlossen, die Geldbasis in den kommenden zwei Jahren zu verdoppeln. Damit soll die jahrelange Deflation mit stetig fallenden Preisen überwunden werden. Dazu kauft die Notenbank auch verstärkt Staatsanleihen und riskantere Finanzinstrumente. Ziel ist eine Inflationsrate von zwei Prozent bis zum Jahr 2015.

Nach Einschätzung der Notenbanker gewinnt die Wirtschaft des Landes weiter an Schwung. Eine von der BoJ kürzlich vorgelegte Quartalsumfrage unter Unternehmen hatte ergeben, dass die Stimmung unter den Managern der Großindustrie angesichts steigender Exportgewinne in Folge des schwachen Yen so gut wie seit fast sechs Jahren nicht mehr ist.

Die rapide Abschwächung des Yen ist ein Nebeneffekt der durch die Zentralbank weit aufgerissenen Geldschleusen. Vor diesem Hintergrund hat Ministerpräsident Shinzo Abe beschlossen, die Verbrauchssteuer ab April 2014 von 5 auf 8 Prozent anzuheben, um die gigantische Staatsverschuldung einzudämmen.

Dass die Zentralbank trotz der konjunkturellen Erholung weiter auf billiges Geld setzt, liegt nach Meinung von Experten unter anderem auch an den Unwägbarkeiten auf Japans Exportmärkten wie etwa der Haushaltskrise in den USA. Um die Auswirkungen der geplanten Steuererhöhung in Japan abzumildern, zog die Regierung eine weitere Milliarden-Konjunkturspritze auf.

rei/dpa

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