Designierte US-Finanzministerin Janet Yellen bereitet Reiche in den USA auf höhere Steuern vor

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie müssen die USA klotzen und nicht kleckern, sagt die kommende US-Finanzministerin. Dazu sollen Reiche und Unternehmen jetzt ihren "fairen Anteil" beitragen, ist Janet Yellen überzeugt.
Janet Yellen: Die ehemalige US-Notenbank-Chefin soll das Finanzministerium unter Präsident Joe Biden führen

Janet Yellen: Die ehemalige US-Notenbank-Chefin soll das Finanzministerium unter Präsident Joe Biden führen

Foto: CHRISTOPHER ALUKA BERRY / REUTERS

Die designierte US-Finanzministerin Janet Yellen (74) ruft dazu auf, bei den Corona-Hilfen zu klotzen statt zu kleckern. "Ohne weitere Maßnahmen riskieren wir eine längere und schmerzlichere Rezession und dann eine längere Heilung der Wirtschaft", sagte sie am Dienstag bei ihrer Anhörung im Finanzausschuss des Senats. Dafür müssten aber vermutlich die Unternehmenssteuern und die Steuern von Reichen angehoben werden. Beide Gruppen hätten 2017 von Steuerkürzungen profitiert und müssten nun ihren "fairen Anteil" beim Kampf gegen die Auswirkungen der Pandemie zahlen.

Der neue US-Präsident Joe Biden (78) hatte vergangene Woche ein 1,9 Billionen Dollar schweres Konjunkturpaket angekündigt, mit dem die US-Wirtschaft wieder in Schwung gebracht werden soll. "Weder der gewählte Präsident noch ich haben dieses Hilfspaket ohne Rücksicht auf die Schuldenlast des Landes vorgeschlagen. Aber groß aufutreten ist in diesem Moment mit einem historischen Zinstief das Beste, was wir tun können", sagte Yellen.

Yellen sieht Finanzministerium in aktiver Rolle

Yellen skizzierte ihre Vision eines stärkeren Finanzministeriums, das entschieden handeln werde, um ökonomische Ungleichheiten zu verringern, den Klimawandel zu bekämpfen und die unfairen Handelspraktiken und Subventionen Chinas zu kontern. Zudem solle in Infrastrukturmaßnahmen, Forschung und Entwicklung investiert werden. Ein Fokus solle auch auf Weiterbildungsmaßnahmen für Arbeitnehmer gelegt werden, damit die Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Wirtschaft gesteigert werde.

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Die ehemalige Präsidentin der US-Notenbank Fed erklärte, der Wert des Dollar solle durch die Märkte bestimmt werden. Damit kündigte sie einen Kurswechsel zur Politik des scheidenden Präsidenten Donald Trump (74) an, der eine schwächere US-Währung angestrebt hatte.

rei/Reuters