Freitag, 15. November 2019

100 Tage Jair Bolsonaro Das hat Brasiliens Rechtsaußen-Präsident bisher bewegt

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro (links) mit seinem neuen Bildungsminister Abraham Weintraub

Für Kontroversen ist unter Jair Bolsonaro gesorgt. Am Dienstag tauschte Brasiliens Präsident seinen Bildungsminister Ricardo Vélez, der Schulbücher zu einem Lob der Militärdiktatur umschreiben und Schüler landesweit zum Skandieren von Bolsonaros Wahlkampfslogan ("Brasilien über alles, Gott über allen") verdonnern wollte, gegen Abraham Weintraub aus.

Weintraub ist selbst für Verschwörungstheorien bekannt, beispielsweise sei die Droge Crack von Kommunisten zur Gehirnwäsche verbreitet worden. Mit Bildungspolitik hat er nicht viel am Hut. Das Presseamt der Regierung musste die Personalie schnell korrigieren: Man hatte Weintraub fälschlich einen Doktortitel und ein Professorenamt angedichtet. Weintraubs Berufung gilt dennoch als Zeichen, dass die Moderaten in Bolsonaros Team gegenüber den Ideologen die Oberhand bekommen.

Vor allem westliche Investoren hoffen darauf, dass Brasiliens neue Führung trotz aller radikalen Töne die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt wieder in Schwung bringt. So richtig trennen lassen sich der evangelikal-religiöse, der nationalistische, der militaristische und der neu erfundene wirtschaftsliberale Bolsonaro aber nicht.

Wie sieht die Bilanz nun aus, 100 Tage nach dem Amtsantritt des Präsidenten zum Jahreswechsel?

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